Besserer Schutz bei Kontopfändung

Wird ein Girokonto gepfändet, kann es für Betroffene schnell existentiell eng werden: Bargeld kann nicht abgehoben, Einkäufe können nicht gezahlt, Miete und Stromkosten können nicht überwiesen werden. Damit nicht alles verloren ist, haben Betroffene die Möglichkeit, ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.

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Warnung vor falschen Inkasso-Schreiben

Immer wieder sorgen falsche Inkassoschreiben für Verunsicherung bei Verbraucher:inneImmern. Derzeit erreichen die Verbraucherzetrale in Euskirchen zahlreiche Beschwerden über das vermeintliche Inkassounternehmen “PRO COLLECT AG” mit Sitz in Köln, das einen Betrag in Höhe von 272 Euro für ein angebliches Glücksspiel-Abo einfordert. Die Betroffenen werden aufgefordert, ein SEPA-Lastschriftmandat auszufüllen. Das Unternehmen droht bei Nichtzahlung mit Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen. „Wer ein falsches Inkassoschreiben erhält, sollte darauf keinesfalls reagieren, sondern Anzeige bei der Polizei erstatten.

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Warnung vor falschen Inkassoschreiben

So erkennt man betrügerische Abzocke
 
 wieder sorgen falsche Inkassoschreiben für Verunsicherung bei Verbraucher:inneImmern. Derzeit erreichen die Verbraucherzetrale in Euskirchen zahlreiche Beschwerden über das vermeintliche Inkassounternehmen “PRO COLLECT AG” mit Sitz in Köln, das einen Betrag in Höhe von 272 Euro für ein angebliches Glücksspiel-Abo einfordert. Die Betroffenen werden aufgefordert, ein SEPA-Lastschriftmandat auszufüllen. Das Unternehmen droht bei Nichtzahlung mit Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen. „Wer ein falsches Inkassoschreiben erhält, sollte darauf keinesfalls reagieren, sondern Anzeige bei der Polizei erstatten”, rät die Monika Schiffer, Leiterin der EuskirchenerBeratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. „Grundsätzlich empfehlen wir, Inkassoschreiben sorgfältig zu prüfen. Denn auch wenn tatsächlich ein Zahlungsverzug vorliegt, können die Forderungen überhöht sein.” Die Beratungsstelle Euskirchengibt Tipps, wie man Betrugsmaschen erkennt und worauf bei Inkassoschreiben generell zu achten ist.
  • Woran erkennt man ein seriöses Inkassounternehmen?
Jedes Inkassobüro muss bei der zuständigen Aufsichtsbehörde registriert sein. Ob ein Inkassobüro registriert ist, kann im Rechtsdienstleistungsregister kostenfrei überprüft werden. Häufig fallen falsche Inkassoschreiben bereits durch typische Merkmale ins Auge, wie zum Beispiel Rechtschreibfehler, ausländische Kontodaten, auf die das Geld überwiesen werden soll, fehlende Pflichtangaben oder die Androhung von weitreichenden Konsequenzen, die die Betroffenen verunsichern sollen. Seriöse Inkassounternehmen kommunizieren transparent und gehen auf Einwände ein. Bereits aus dem ersten Schreiben des Inkassounternehmens muss hervorgehen, für wen die Bezahlung der Forderung zu erfolgen hat. Darüber hinaus müssen sowohl der Vertragsgegenstand als auch das Datum des Vertragsschlusses konkret benannt werden. Mögliche Zinsen und Inkassokosten müssen nachvollziehbar aufgeführt werden. Ein seriöses Inkassobüro setzt zudem eine angemessene Frist zum Ausgleich der Forderung. Wie ein seriöses Inkassoschreiben aufgesetzt ist, zeigt im Detail der interaktive Inkassobriefauf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW.
  • Wie sollte man auf nicht berechtigte Forderungen reagieren?
Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte immer prüfen, ob er dem Unternehmen tatsächlich Geld schuldet und ob er mit der Zahlung in Verzug ist. Wer zwar einen Vertrag abgeschlossen hat, aber sicher ist, dass kein Zahlungsverzug vorliegt, sollte den Forderungen schriftlich widersprechen und den Brief per Einwurfeinschreiben versenden. Bei einem offensichtlichen Betrugsversuch können Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten und müssen ansonsten nicht auf das Schreiben reagieren.
  • Ab wann liegt ein Zahlungsverzug vor?
Entgegen weitläufiger Meinungen kann ein Zahlungsverzug auch ohne vorheriges Mahnschreiben vorliegen, zum Beispiel wenn eine Rechnung mit Mahnhinweis ausgestellt oder wenn im Vertrag eine konkrete Zahlungsfrist vereinbart worden ist. Das Unternehmen muss dann kein weiteres Mahnschreiben verschicken. Der Zahlungsverzug liegt dann automatisch nach Ablauf der Frist vor.
  • Worauf muss bei einer berechtigten Forderung geachtet werden?
    Rechnungen von Inkassobüros sollten stets sorgfältig geprüft werden. Denn oft sind die Rechnungen überhöht. Wenn das Inkassounternehmen zum Beispiel Kontoführungskosten in Rechnung stellt, müssen diese nicht bezahlt werden. Die Kontrolle der Forderung und der Eingang der Zahlung gehören zur allgemeinen Geschäftstätigkeit des Inkassounternehmens und sind schon über die Inkassogebühr gedeckt. Diese basiert auf den Preisen und Konditionen, die die Inkassounternehmen mit ihren Auftraggebern vereinbart haben. Die Höhe dieser Kosten hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Um Preistreiberei zu verhindern, sind die Inkassokosten für die Inkassodienstleister gesetzlich gedeckelt. Macht das Inkassounternehmen Zinsforderungen geltend, muss es detaillierte Angaben zur Berechnung der Zinsen machen. Das heißt, es muss den Zinssatz und den Zeitraum, für den die Zinsen geltend gemacht werden, angeben. Zinsforderungen gegenüber Verbraucher:innen sind laut Gesetz in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszins zulässig.
Die Euskirchener Verbraucherzentrale bietet zum Thema Inkassoksoten und Forderungsüberprüfung Rechtsberatung an. Die Bratungsstelle ist telefonisch unter 02251 5064501, per Fax unter 02251 506 4507 oder per Email an erreichbar. Die Beratungen finden aktuell telefonisch statt.
 
Weiterführende Infos und Links:
Der interaktiver Inkassobrief der Verbraucherzentrale NRW hilft, unseriöse Schreiben zu erkennen:
 
https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/10871
 
Einen Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderung eines Inkassobüros finden Sie unter
 
www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2019-10/Abwehr_einer_unberechtigten_Forderung_Inkasso.pdf
 
Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 506 45 01
Fax: 02251 506 45 07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen
Unsere Beratungsstelle Euskirchen wurde durch das Starkregenereignis am 15.07.2021 komplett zerstört. Aufgrund der aktuellen Situation können bis auf weiteres keine persönlichen Beratungstermine in der Beratungsstelle stattfinden. Telefonisch und per Email sind wir erreichbar.

die Sonne einfangen

 
 
 
 
 
die Sonne einfangen
Verbraucherzentrale NRW startet Solarstrom-Kampagne
 
  • Die Zukunft gehört der Sonne und alle können mitmachen
  • Großes Potenzial für private Photovoltaikanlagen in NRW
  • Vielseitige Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene
Als Privathaushalt der eigene Stromversorger zu werden, ist heute auf vielfältige Weise möglich. Ob mit dem kompakten Stecker-Solargerät am Balkon oder der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach. Verbraucher:innen können aktiv etwas für den Klimaschutz tun, ihren eigenen Solarstrom nutzen, unabhängiger vom Energieversorger werden und dabei langfristig Geld sparen. Wie das geht und was zu beachten ist, zeigt die Verbraucherzentrale NRW mit ihrer neuen, landesweiten Informationskampagne „Solarstrom@home“.
 
Solarstrom für den Eigenbedarf produzieren, die Energiekosten senken und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Für Verbraucher:innen in Nordrhein-Westfalen bieten sich dazu vielfältige Möglichkeiten. Aktuell werden nur drei Prozent der Stromerzeugung im bevölkerungsreichsten Bundesland mit Solarstrom abgedeckt. Dabei entspricht das Sonnenpotenzial in NRW fast der Hälfte des heutigen Stromverbrauchs im Land. Eine gute Gelegenheit für Verbraucher:innen, Teil einer klimaschützenden Energiewende zu werden. Und das Charmante daran – jede:r kann mitmachen, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Hausdach.
 
Solartechnik für jeden Haushalt
Aller Anfang ist leicht. Nicht alle Verbraucher:innen haben die Möglichkeit, sich direkt eine große Photovoltaikanlage auf ihr Eigenheimdach zu bauen. Mitmachen und die Sonne ins Haus holen kann aber jede:r. „Stecker-Solargerätekönnen im Regelfall mit wenig Aufwand aufgebaut und angeschlossen werden“, erklären Werner Reiner der Energieberater der Verbraucherzentrale in Euskirchen und Beratungsstellenleiter Monika Schiffer. „Das Sonnenkraftwerk für den Balkon besteht aus ein bis zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom der Anlage in 230-Volt-Wechselstrom für den Haushalt umwandelt. Kostenpunkt pro Modul, Wechselrichter und Montagevorrichtung ab 500 Euro. Damit lassen sich jährlich, pro Modul und je nach Standort, 300 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei einem Zweipersonenhaushalt entspricht das ungefähr dem Jahresverbrauch einer Spül- oder Waschmaschine“. Besitzer:innen von Eigenheimen können sich auf das Hausdach ihr Sonnenkraftwerk bauen lassen, ihr eigener ökologischer Stromversorger werden und das Energiemanagement im Haus optimieren. „Bei allen modernen Photovoltaikanlagen spielt der Eigenverbrauch und damit die Einsparung von Energiekosten eine zentrale Rolle. Das Stichwort ist hier die sogenannte Sektorkopplung mit den hausinternen Schnittstellen Strom, Wärme und Mobilität“, erläutert Energieexperte Werner Reiner. „Mit dem selbsterzeugten Solarstrom lassen sich Batteriespeicher, Wärmepumpe und Elektroheizstäbe für Heizung und Warmwasseraufbereitung speisen. Ebenso können über die hauseigene Ladestation das E-Auto und die E-Bikes mit der Sonnenenergie vom eigenen Dach geladen werden.“
 
Fördermöglichkeiten rund um die Sonne
Der Gesetzgeber hat eine Vielzahl an Programmen aufgelegt, um den Erwerb, die Inbetriebnahme und Modernisierung von Photovoltaikanlagen durch Privathaushalte zu fördern. Die KfW-Bank und das Land Nordrhein-Westfalen, sowie Kommunen und Energieversorger vergeben unterschiedlichste Zuschüsse und Darlehen. Auch über die Einspeisevergütung für den erzeugten und ins Netz eingespeisten Strom werden Solaranlagen finanziell gefördert. Im Rahmen der Kampagne „Solarstrom@home“ bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonnenseiteumfangreiche Informationen zur Planung, Inbetriebnahme und Förderung von Solarstromanlagen für private Verbraucher:innen.
 
Termine für Beratungen können Interessierte vereinbaren unter 02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen), unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder per Email an .
 
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Die Kampagne „Solarstrom@home“findet statt im Rahmen des Projekts Energie2020plus der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

Sollten Verbraucher:innen ihren Impfstatus speichern lassen?

 
Schneller Check-In im Fitnessstudio
Sollten Verbraucher:innen ihren Impfstatus speichern lassen?
 
Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf derzeit in NRW ins Fitnessstudio, ins Kino oder in die Innengastronomie. Dafür muss bei jedem Besuch ein entsprechender Nachweis vorgezeigt werden. Gerade Dienstleister mit einer Stammkundschaft möchten den Check-In einfach und bequem halten. Daher bieten erste Fitnessstudios die Speicherung des persönlichen Impfstatus in ihrer Mitgliederdatenbank an. Was auf den ersten Blick als kundenfreundliche Lösung erscheint, sollte jedoch mit Bedacht abgewogen werden. „Immer wenn Verbraucher:innen personenbezogene Daten preisgeben, besteht das Risiko, dass ihre Daten zweckentfremdet oder missbräuchlich genutzt werden könnten”, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Darauf sollten Verbraucher:innen achten:
 
- Impfstatus speichern – ist das legal?
Die Registrierung des Impfstatus zählt zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten. Nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kann eine solche Speicherung zulässig sein, wenn die Verbraucher:innen ausdrücklich und freiwillig eingewilligt haben. Wichtig ist hierbei, dass eine echte Wahl besteht, die Einwilligung auch zu verweigern. Müssten die Mitglieder eines Fitnessstudios ihren Impfstatus registrieren lassen, um überhaupt dort trainieren zu können, kann die Verarbeitung prinzipiell nicht auf eine Einwilligung gestützt werden. Können die Mitglieder hingegen selbst entscheiden, entweder ihren Impfstatus registrieren zu lassen oder ihren Getestet-/Genesen-/Geimpft-Nachweis im Rahmen einer Sichtkontrolle beim Einlass vorzuzeigen, wird die Einwilligung und mit ihr die Registrierung in der Regel zulässig sein. Ein seriöser Anbieter wird in diesem Fall die Erteilung der Einwilligung schriftlich oder elektronisch festhalten. Verbraucher:innen können die Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen
 
- Mit persönlichen Daten geizen:
Verbraucher:innen sollten generell sparsam mit ihren Daten umgehen. Das betrifft insbesondere die Weitergabe von sensiblen Gesundheitsdaten wie dem Impfstatus. Das Risiko von Datenmissbrauch kann nie ausgeschlossen werden, selbst wenn ein Fitnessstudiobetreiber höchste Sicherheitsstandards an die Datenverarbeitung legt und sämtliche datenschutzrechtliche Pflichten erfüllt. Daher sollte man sich gut überlegen, ob die gesparte Wartezeit beim Einlass ins Fitnessstudio die Speicherung des Impfstatus auf dem Server des Anbieters oder gar in der Cloud wert ist.
 
- Impfnachweis ohne Datenweitergabe:
Die Sichtkontrolle beim Einlass ist im Hinblick auf den Datenschutz die risikoärmere Form, den Impfnachweis zu erbringen. Dies kann über den Impfpass und das digitale Covid-Impfzertifikat der EU erfolgen - entweder in ausgedruckter Form oder digital abgespeichert in der Corona-Warn-App oder der CovPass-App. Im Vergleich zum Impfpass auf Papier bietet die digitale Lösung den praktischen Vorteil, dass andere nur Informationen über die Covid-19-Impfung erhalten, aber nicht über weitere Impfungen. Theoretisch besteht auch beim digitalen Impfnachweis die Gefahr, dass Daten durch installierte Spionage-Software in fremde Hände geraten. Die Daten werden aber bei der CovPass- und der Corona-Warn-App ausschließlich auf dem Smartphone gespeichert und nicht an einen Cloud-Speicher oder Anbieter übermittelt.
 
Für Beratungen ist das Team der Verbraucherzentrale in Euskirchen erreichbar unter unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder 02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen), unter oder per Email an .
 
Weiterführende Infos und Links:
  • Wichtige Fragen rund um die Corona-Impfung beantwortet die
Verbraucherzentrale NRW unter
  • Informationen zum digitalen Impfnachweis gibt es unter

Warnung vor falschen Inkassoschreiben

 
Warnung vor falschen Inkassoschreiben
Verbraucherzentrale NRW erklärt, woran man betrügerische Abzocke
erkennt und wie Betroffene reagieren sollten
 
Falsche Inkassoschreiben sorgen derzeit für Verunsicherung bei
Verbraucher: innen in NRW. Verschiedene Firmen, darunter die EU Forderungs AG, die RIGO
Forderungs AG und die RIGOVA Forderungs AG , verschicken Briefe, in denen sie rund 270 Euro
für ein angebliches Glücksspiel-Abo fordern. Die Firmen drohen mit Mahnbescheiden,
Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen und schüren damit Angst und
Sorge bei Verbraucher:innen. „Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte darauf keinesfalls
unüberlegt mit einer Zahlung reagieren”, rät Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale
in Euskirchen. „Grundsätzlich empfehlen wir, Inkassoschreiben sorgfältig zu prüfen. Denn
auch wenn tatsächlich ein Zahlungsverzug vorliegt, können die Forderungen überhöht
sein.” Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie man Betrugsmaschen erkennt und worauf
bei Inkassoschreiben generell zu achten ist.
 
Woran erkennt man ein seriöses Inkassounternehmen?
Jedes Inkassobüro muss registriert sein. Es benötigt einen entsprechenden Registrierungs-
bescheid der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ob ein Inkassobüro registriert ist, kann im
Rechtsdienstleistungsregister kostenfrei überprüft werden.
Häufig fallen falsche Inkassoschreiben bereits durch typische Merkmale ins Auge, wie zum
Beispiel Rechtschreibfehler, ausländische Kontodaten, auf die das Geld überwiesen werden
soll, fehlende Pflichtangaben oder die Androhung von weitreichenden Konsequenzen, die die
Betroffenen verunsichern sollen. Seriöse Inkassounternehmen kommunizieren transparent
und gehen auf Einwände ein. Bereits aus dem ersten Schreiben des Inkassounternehmens
muss hervorgehen, für wen die Bezahlung der Forderung zu erfolgen hat. Darüber hinaus
müssen sowohl der Vertragsgegenstandals auch das Datum des Vertragsschlusses konkret
benannt werden.
 
Mögliche Zinsen und Inkassokosten müssen nachvollziehbar aufgeführt werden. Ein seriöses
Inkassobüro setzt zudem eine angemessene Frist zum Ausgleich der Forderung. Wie ein
seriöses Inkassoschreiben aufgesetzt ist, zeigt im Detail der interaktive  Inkassobrief auf
der Homepage der Verbraucherzentrale NRW
 
Wie sollte man auf nicht berechtigte Forderungen reagieren?
Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte prüfen, ob er dem Unternehmen tatsächlich Geld
schuldet und ob er mit der Zahlung in Verzug ist. Wer zwar einen Vertrag abgeschlossen
hat, aber sicher ist, dass kein Zahlungsverzug vorliegt, sollte den Forderungen schriftlich
widersprechen und den Brief per Einwurfeinschreiben versenden. Bei einem
offensichtlichen Betrugsversuch können Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten und
müssen ansonsten nicht auf das Schreiben reagieren.
 
Ab wann liegt ein Zahlungsverzug vor?
Entgegen weitläufiger Meinungen kann ein Zahlungsverzug auch ohne vorheriges
Mahnschreiben vorliegen, zum Beispiel wenn eine Rechnung mit Mahnhinweis ausgestellt
oder wenn im Vertrag eine konkrete Zahlungsfrist vereinbart worden ist. Das Unternehmen
muss dann kein weiteres Mahnschreiben verschicken. Der Zahlungsverzug liegt automatisch
nach Ablauf der Frist vor.
 
Worauf muss bei einer berechtigten Forderung geachtet werden?
Rechnungen von Inkassobüros sollten stets sorgfältig geprüft werden. Denn oft sind die
Rechnungen überhöht. Wenn das Inkassounternehmen zum Beispiel Kontoführungskosten
in Rechnung stellt, müssen diese nicht bezahlt werden. Die Kontrolle der Forderung und
der Eingang der Zahlung gehören zur allgemeinen Geschäftstätigkeit des
Inkassounternehmens und sind schon über die Inkassogebühr gedeckt. Diese basiert auf
den Preisen und Konditionen, die die Inkassounternehmen mit ihren Auftraggebern
vereinbarthaben. Die Höhe dieser Kosten hängt von den Umständen des Einzelfalles ab.
Um Preistreiberei zu verhindern, sind die Inkassokosten für die Inkassodienstleister gesetzlich
gedeckelt. Macht das Inkassounternehmen Zinsforderungen geltend, muss es detaillierte
Angaben zur Berechnung der Zinsen machen. Das heißt, es muss den Zinssatz und den
Zeitraum, für den die Zinsen geltend gemacht werden, angeben. Zinsforderungen sind
laut Gesetz in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszins zulässig.
 
Die Euskirchener Verbraucherzentrale bietet hierzu Rechtsberatung an unter
02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen),
unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers)
oder per Email an .
 
Weiterführende Infos und Links:
Weitere Informationen zum Thema Inkasso gibt es auf der Homepage der
Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/inkasso
 
Unser interaktiver Inkassobrief hilft, unseriöse Schreiben zu erkennen:
 
Einen Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderung eines Inkassobüros
finden Sie unter

Damit die Soforthilfe nicht gepfändet wird!

Damit die Soforthilfe nicht gepfändet wird:
P-Konto-Bescheinigung bei "Fluthilfe"
 
Die "Soforthilfe Unwetterkatastrophe" des Landes NRW wird in den meisten Fällen wohl auf das Konto der Betroffenen überwiesen. Sollte für das Konto, bzw. Pfändungsschutzkonto allerdings eine Pfändung bestehen, zahlen die Banken den Betrag nicht aus, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Hier muss die Freigabe des Betrages beim Amtsgericht beantragt werden.
 
Die "Soforthilfe zur Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 Nordrhein-Westfalen" (Billigkeitszuschuss gemäß § 53 LHO) soll die ersten finanziellen Belastungen mildern, die durch die entstandenen Schäden verursacht wurden.
 
Ausdrücklich formuliertes Ziel ist dabei, "den betroffenen Privathaushalten die Möglichkeit zu geben, eine vorübergehende akute Notlage bei der Unterkunft oder in der Lebensführung finanziell zu bewältigen". Allerdings stellt die Fluthilfe keinen Zahlungseingang dar, der nach den gesetzlichen Vorgaben als Erhöhungsbetrag mittels einer P-Konto-Bescheinigung freigegeben werden kann.
 
Die Freigabe der Soforthilfe – sofern von den kontoführenden Instituten nicht automatisch zur Verfügung gestellt – kann daher nur durch das Vollstreckungsgericht bzw. bei Pfändung durch einen öffentlichen Gläubiger durch dessen Vollstreckungsstelle erfolgen. Dort kann ein Antrag auf Vollstreckungsschutz gem. § 850k Absatz 4 /§ 765a ZPO gestellt und mit einem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz (einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung) verbunden werden.
 
Die Pfändungsfreiheit der Soforthilfe wurde in ersten Entscheidungen entsprechend durch das Amtsgericht Euskirchen bestätigt.
 
Die Verbraucherzentrale NRW stellt ein kostenloses Musterformular zur Beantragung beim Amtsgericht zur Verfügung.
 
Die Informationen und der Antrag sind unter dem folgenden Link unter dem Punkt "P-Konto-Bescheinigung bei Fluthilfe"?" zu finden.
 
 
Auf Wunsch mailt die Verbraucherzentrale den Antrag Betroffenen auch zu. Eine Email mit der Bitte um Zusendung des Antrages ist zu richten an

Waldbrand am Urlaubsort – was tun?

 
Waldbrand am Urlaubsort – was tun?
Verbraucherzentrale NRW erklärt, wann Reisende von gebuchten
Reisen zurücktreten können
 
In Südeuropa verursachen Hitze und Dürre aktuell Waldbrände extremen Ausmaßes.
Von den verheerenden Auswirkunngen sind auch Urlauber:innen betroffen, die
während ihres Aufenthalts von den Bränden überrascht worden sind oder eine Reise in betroffene
Regionen gebucht haben. Welche Stornierungsrechte Reisende bei Waldbränden oder anderen
Naturkatastophen, wie Erdbeben oder Vulkanausbrüchen, haben, erklärt Monika Schiffer, Leiterin
der Verbraucherzentrale in Euskirchen.
 
- Rücktritt von einer Pauschalreise
Haben Reisende eine Pauschalreise gebucht, können sie vor Reisebeginn kostenlos vom Vertrag
zurücktreten, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die die Reise erheblich
beeinträchtigen. Solche Umstände liegen bei Ereignissen vor, die weder Reisende noch
Reiseveranstalter durch Vorkehrungen kontrollieren oder vermeiden können. Dazu zählen neben
Naturkatastrophen auch politische Unruhen oder der Ausbruch einer gefährlichen Krankheit.
 
- Abbruch der Pauschalreise
Geraten Reisende während ihres Aufenthalts vor Ort in eine Krisensituation und wird dadurch
die Reise erheblich beeinträchtigt, können sie den Pauschalreisevertrag kündigen und für die
nicht genutzten Reiseleistungen eine Erstattung verlangen. Für die genutzten Reiseleistungen 
behält der Veranstalter seinen Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Umfasst der
Reisevertrag auch die An- und Abreise, so muss der Reiseveranstalter bei einer Kündigung
des Vertrags unverzüglich die Rückbeförderung der Reisenden organisieren. Die Mehrkosten
für die Rückbeförderung gehen dabei zulasten des Reiseveranstalters.
 
- Fortsetzung der Pauschalreise
Wer seinen Urlaub nicht abbricht und im Krisengebiet bleibt, kann eventuell den Reisepreis
mindern. Dies ist vom Einzelfall abhängig und etwa dann möglich, wenn einzelne
Reiseleistungen wie Transport, Verpflegung, Unterkunft oder Ausflüge nicht mehr dem
gebuchten Standard entsprechen oder sogar ganz ausfallen. Verbraucher:innen ist
insgesamt zu empfehlen, sich mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen und
die aktuelle Lage und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu besprechen.
 
- Rundreisen
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Auch eine als Pauschalreise gebuchte Rundreise kann kostenlos storniert werden, wenn
wichtige oder besondere Reisebestandteile nicht durchgeführt beziehungsweise
entscheidende Reiseziele nicht angefahren werden können. Fällt nur ein kleiner Teil
des Programms aus, ist dies höchstens ein Reisemangel, für den Reisende den
Buchungspreis mindern können.
 
- Nachteile bei Buchung von Einzelleistungen
Wer Reiseleistungen, wie Flug oder Unterkunft, einzeln gebucht hat, ist nicht
zahlungspflichtig, wenn die Leistungen nicht erbracht werden. Solange eine
individuell gebuchte Unterkunft jedoch zugänglich und ohne Gesundheitsgefahr
bewohnbar ist, sind Reisende auf die Kulanz des Anbieters angewiesen und
müssen mit einem Stornoentgelt rechnen, wenn sie von der Reise absehen
möchten. Bei Unterkünften, die direkt bei Eigentümer:innen im Ausland gebucht
wurden, gilt das Recht des Landes, in dem die Unterkunft liegt. Wird ein Flug
annulliert, haben Fluggäste die Wahl zwischen Erstattung des Flugpreises und
einem Ersatzflug zum nächstmöglichen oder späteren Zeitpunkt.
 
- Reiserücktrittsversicherung
Eine Reiserücktritts- oder -abbruchversicherung nützt bei derartigen 
unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen nichts, da ein solches
Geschehen nicht als Rücktritts- bzw. Abbruchgrund vereinbart ist und sie daher
in der Regel nicht einspringt. Sie sichert zum Beispiel das Risiko des Reisenden
ab, vor oder während der Reise zu erkranken. Sie zahlt aber auch bei anderen
Umständen, wenn zum Beispiel ein erheblicher Schaden am Eigentum des
Versicherten entstand oder wenn ein naher Angehöriger stirbt.
 
Weiterführende Infos und Links:
Die Verbraucherzentrale NRW stellt Betroffenen Musterbriefe zur Kündigung
einer Reise wegen unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände vor und
nach Reiseantritt zur Verfügung unter:
Rechtsberatung bietet die Euskirchener Verbraucherzentrale telefonisch
und unter 02251 506 45 01 (mit dem Team der Beratungsstelle verbinden
lassen) oder per Email an .