Corona Warn-App "Luca"

Kontakt-Verfolgung per Smartphone

Was „luca“ anders macht als die Corona-Warn-App

Neben der offiziellen Corona-Warn-App der Bundesregierung soll die App „luca“ dabei helfen, gesellschaftliches Leben in der Pandemie wieder zu ermöglichen. Prominente und Politiker:innen werben für sie, Sicherheitsexpert:innen üben Kritik. Was macht sie anders als die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung? Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen gibt einen Überblick.

  • Worin unterscheiden sich die Corona-Warn-App (CWA) und „luca“ in der Anwendung?
    Die CWA arbeitet nach ihrer Installation mit eingeschaltetem Bluetooth selbstständig im Hintergrund. Anwender:innen bleiben dabei anonym, das Gesundheitsamt kann über die CWA keinen Kontakt aufnehmen. Die App kann über das Infektionsrisiko informieren, falls Infizierte sie ebenfalls verwenden, stets ihr Bluetooth eingeschaltet hatten und ihr positives Testergebnis eingetragen haben. Anwender:innen müssen also nach einem Risikohinweis aus der App selbst aktiv werden und sich mit dem Hausarzt oder Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Anders bei „luca“: Diese Anwendung bietet zusätzlich zur Kontaktnachverfolgung auch eine Art Kontaktdatenverwaltung. Neben persönlichen Daten werden auch Aufenthaltsorte gesammelt. So könnten in einem Infektionsfall auch die Gesundheitsämter, die „luca“ an ihr System angebunden haben, bei Bedarf die Kontaktpersonen aktiv informieren.
  • Wer steckt hinter den Apps?
    Die CWA ist die offizielle App der deutschen Bundesregierung, entwickelt von SAP und der Deutschen Telekom. Herausgeber ist das Robert Koch-Institut. Hinter „luca“ steckt die Berliner culture4life GmbH und damit eine kommerzielle Anbieterin. Außerdem sind Kulturschaffende wie die Band „Die Fantastischen Vier“ beteiligt und die neXenio GmbH, die aus dem Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam hervorgegangen ist.
  • Wie wird verhindert, dass Bewegungsprofile erstellt werden?
    Bei der CWA können keine Bewegungsprofile einzelner Anwender:innen erstellt werden, weil weder personenbezogene Daten noch Standorte erhoben werden. Das ist auch dann der Fall, wenn man der neu eingeführten „Datenspende“ zustimmt. Nach Angaben von „luca“ werden alle Daten auf Servern in Deutschland verschlüsselt gespeichert. Ausschließlich Gesundheitsämter könnten die Daten wieder entschlüsseln. Somit sei es nicht möglich, dass Geschäftsleute oder die App-Anbieter selbst auf persönliche Daten der Nutzer:innen zugreifen könnten. Deshalb wäre auch beispielsweise das Nutzen der Daten zu Werbezwecken nicht möglich.
  • Welche Kritik gibt es an „luca“?
    Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder und auch andere Datenschutz- und Sicherheitsexpert:innen kritisieren unter anderem, dass sämtliche gesammelten Daten zentral gespeichert werden. Das könnte sie anfällig für Missbrauch machen. Insgesamt scheint nach aktuellem Stand das Risiko angesichts des praktischen Nutzens der App trotz einiger berechtigter Kritikpunkte in der aktuellen Krise wohl vertretbar.
  • Wie funktioniert „luca“?

Verbraucher:innen müssen nach Installation der App auf dem Smartphone einmalig ein Profil anlegen und Daten wie Namen und Telefonnummer eintragen. Damit wird ein sich minütlich ändernder QR-Code erstellt, der dem Endgerät (z.B. Smartphone) zugeordnet ist und mit dem das Einchecken beispielsweise in Lokalen, Veranstaltungsstätten oder Geschäften möglich ist – vorausgesetzt, diese nutzen ebenfalls die „luca“-App. Dazu wird entweder der von der App generierte QR-Code eingescannt oder die Gäste scannen selbst einen vor Ort zur Verfügung gestellten QR-Code ein. So wird erfasst, wer zu welchem Zeitpunkt wo gewesen ist. Die Namen und Kontaktdaten der Scans können die Betreiber:innen aber nach Angaben der App-Entwickler:innen nicht sehen – ein Vorteil gegenüber Einträgen auf Papier. Orte blieben längstens 30 Tage gespeichert. Seit der Version 2.0 bietet auch die offizielle CWA das Erstellen und Erfassen von QR-Codes an. Die Funktion ist aber nicht vergleichbar mit der Funktion von „luca“. Denn nach wie vor speichert die CWA keine personenbezogenen Daten. Dadurch kann auch kein Gesundheitsamt mit Nutzer:innen in Kontakt treten.

  • Welche Rolle spielen die Gesundheitsämter bei „luca“?

„luca“ ist keine App der Gesundheitsämter oder anderer Behörden. Die Betreiber:innen bieten aber an, ihre Anwendung an Systeme der Ämter anzubinden. Darin unterscheidet sich „luca“ von anderen vergleichbaren Apps. Dann könnte es im Falle einer Corona-Infektion zum Beispiel so laufen: Das zuständige Gesundheitsamt tritt mit der infizierten Person in Kontakt, die freiwillig dem Gesundheitsamt die Liste der besuchten Orte freigibt. Das Gesundheitsamt bittet die betroffenen Betreiber:innen, die zeitlich relevanten Besuchereinträge freizugeben. Danach kann das Amt alle Kontaktpersonen informieren.

Weiterführende Infos und Links:

Weitere Informationen zur „luca“-App und zur Corona-Warn-App gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW:

 

https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/57918

Neue Fairtrade-Symbole für Lebensmittel

Schwarzer Pfeil weist Weg zur besseren Übersicht

Mit Kaffee, Tee und Schokolade fing es an. Inzwischen gehören auch Honig, Kekse, Orangensaft, Obst und Nüsse aus Fairem Handel in Bio-Läden, Supermärkten und bei Discountern zum Sortiment. „Immer mehr Menschen sind bereit, für Waren einen Preis zu zahlen, der den Produzent:innen in ärmeren Ländern eine gerechte Absicherung ermöglicht“, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Zu erkennen sind die Waren aus gerechtem Handel an einem hellgrün-blauen Fairtrade Siegel auf schwarzem Grund. „Zur besseren Orientierung, ob es sich bei einem Angebot um ein Produkt aus hundert Prozent fair hergestellten Zutaten oder um ein Mischprodukt handelt, in dem auch konventionell hergestellte Zutaten verarbeitet sind, gibt es jetzt ein zweites – optisch identisches – Fairtrade-Symbol, das rechts neben dem Logo mit einem schwarzen Pfeil gekennzeichnet ist“, so die Verbraucherschützer. Sie erläutern die Merkmale, anhand derer sich die beiden Siegel voneinander unterscheiden:

  • Fairtrade-Siegel ohne schwarzen Pfeil für hundert Prozent fair:
    Nur noch Produkte, bei denen alle Zutaten zu 100 Prozent fair hergestellt und gehandelt worden sind, dürfen mit dem neuen Fairtrade-Siegel ohne schwarzem Pfeil gekennzeichnet werden. Hierbei muss die Produktionskette lückenlos dokumentiert und rückverfolgbar sein. Beispiele sind Kaffee oder Bananen, aber auch ein Mischprodukt, etwa eineTafelZartbitter-Schokolade, wenn sie hundertprozentig aus fairen Zutaten besteht. Auf diese Weise sollen Verbraucher:innen sicher sein, dass das Produkt komplett aus fairen Zutaten besteht.

  • Fairtrade-Siegel mit schwarzem Pfeil für Mischprodukte:
    Mischprodukte werden nun mit dem Fairtrade-Siegel plus schwarzem Pfeil gekennzeichnet, der auf weiterführende Informationen auf der Rückseite der Verpackung verweist. Dort ist angegeben, welche Zutaten fair produziert und gehandelt sind und welche nicht und wie hoch der Fairtrade-Anteil insgesamt ist. Außerdem steht dort auch, ob es für bestimmte Zutaten einen Mengenausgleich gibt. Dieser besagt, dass fair gehandelte Rohstoffe am Produktionsort oder während der Verarbeitung mit konventioneller Ware gemischt werden dürfen.

  • Was sich jetzt ändert und verbessert:
    Zwei Siegel sorgen jetzt für mehr Transparenz. Derzeit können alte, bereits produzierte Waren – also auch Mischprodukte – mit dem alten Siegel abverkauft werden. Ist der Markt bereinigt, können Verbraucher:innen Mischprodukte und Produkte mit Mengenausgleich besser erkennen, wenn sie die Angaben zu den Zutaten auf der Rückseite der Verpackung studieren.
  • Wichtig zu wissen:
    Alternativ zum Fairtrade-Siegel gibt es im Handel auch weitere faire Waren, die noch strengeren Kriterien als Fairtrade-Produkte unterliegen. Bei Lebensmittelprodukten der Fairhandelsunternehmen Gepa und El Puente gibt es keinen Mengenausgleich. Hier werden faire und konventionelle Rohstoffen nicht voneinander unterschieden.

 

Weiterführende Infos und Links:
Weitere Informationen über die Idee und die Produkte aus Fairem Handel gibt’s online unter www.verbraucherzentrale.nrw/fairer-handel.


Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 50645-01
Fax: 02251 50645-07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen

Tipps zum Umgang mit Online-Fake-Shops

Achtung! Täuschend echt!

Handtaschen, Designer-Klamotten, High-Tech-Trendprodukte und Marken-Uhren: Im Internet werben Shops mit verlockenden Waren. Werden begehrenswerte Produkte zum Schnäppchenpreis und gegen Vorkasse angeboten, sollten Kundenaugen vor einer Bestellung besonders wachsam sein. Denn Fälscher bieten auf kopierten oder nachgemachten Shop-Seiten im Internet attraktive Waren an, die niemals oder nur als schlechte Kopie den Weg zum Käufer finden. Ihren Fake mit einem Online-Shop lassen sich die Schwindler von Kunden teuer bezahlen. „Wer in die ausgelegte Falle tappt und den verlangten Betrag für das begehrte Produkt vorab überweist, hat kaum eine Chance, sein gezahltes Geld jemals wiederzusehen“, warnt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherezntrale in Euskirchen. “Wird die Echtheit eines Shop-Angebots nur vorgegaukelt, um zu kassieren, handelt es sich um Betrug. Eine solche Täuschung sollte angezeigt werden“, rät die Verbraucherzentrale, die Abzocke bei einem Fake-Shop nicht auf sich beruhen zu lassen. Folgende Tipps helfen, Fake-Shops vor einer Bestellung zu erkennen:
  • Untrügliche Erkennungszeichen Fehlanzeige
    Ob es bei den Angeboten im Online-Handel immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar. Internet-Fälscher, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen bei ihren Fake immer perfekter und perfider ans Werk: Durch das Kopieren oder Fälschen von Produktbildern und Informationen aus realen Internetseiten wirkt ein Fake-Shop im Internet oftmals täuschend echt. Um Seriosität vorzugaukeln, sind das Impressum mit der Händleradresse oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ebenfalls von anderen Seiten abgekupfert beziehungsweise frei erfunden.
  • Alle Angaben prüfen
    Käufer sollten vor einer Bestellung folgende Punkte in einem Internet-Shop genau checken: Gibt es mehrere – darunter auch kundenfreundliche – Zahlungsarten und eine überprüfbare Anbieteradresse im Impressum? Werden Angebot und Preis mit allen erforderlichen Details – etwa der Beschaffenheit des Produkts – angegeben? Werden Lieferbedingungen und –kosten ausreichend dargestellt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und darin Hinweise zum Widerruf vorhanden? Wird mit einem vertrauenswürdigen Gütesiegel wie z.B. "Trusted Shop Guarantee" (Trusted Shops), "s@fer-shopping" (TÜV Süd) und "Geprüfter Onlineshop EHI" (EHI Retail Institute GmbH) geworben? Eine zuverlässige Orientierung bieten solche Siegel jedoch nur, indem man auf das Logo klickt und dadurch auf die Homepage des Prüf-Unternehmens weitergeleitet wird.
  • Vorsicht bei Vorkasse
    Kunden werden bis zum Anklicken des Kaufbuttons mehrere – auch kundenfreundliche – Zahlungsweisen angeboten. Sind sie bei der Kasse angelangt, haben Kunden plötzlich keine Wahl mehr: Dort wird nur noch eine umgehende Überweisung des geforderten Betrags verlangt. Auf der sicheren Seite sind Kunden, wenn sie Artikel nur bei Online Händlern ordern, die mehrere kundenfreundliche Zahlungsarten bis zum Klick auf den Kauf-Button zur Verfügung stellen. Sicher sind Zahlungen auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Zahlung auf Rechnung müssen Kunden erst bezahlen, wenn sie die Ware erhalten haben. Bei Zahlung per Lastschrift kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen rückgängig gemacht werden.
  • Fälscher zocken unerkannt ab
    Wenden sich Reingefallene über die angegebenen Kontaktdaten an das Unternehmen, um die richtige Ware oder ihr gezahltes Geld zurück zu erhalten, werden sie oft immer wieder vertröstet. Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet. In den meisten Fällen sind Betroffene um eine schlechte Erfahrung reicher, aber haben das Nachsehen.
  • Fake-Shop-Opfer sind nicht wehrlos
    Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies oft noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten kann eine Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Inwieweit dies gilt, weiß die Bank. Grundsätzlich sollten sämtliche Belege von Online-Bestellungen gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

Weiterführende Infos und Links:

Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen in der Euskirchener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dies ist auch online möglich unter www.polizei.nrw.de. Kontakt für Nachfragen und Beratung bei der Verbraucherzentrale in Euskrichen – derzeit nur telefonisch oder online möglich unter: Tel.: 02251 5064501 oder

Verbraucherzentrale NRW e.V.
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Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 50645-01
Fax: 02251 50645-07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen

 

Datensicherheit bei Facebook

So können Verbraucher:innen das Risiko von Datendiebstahl verringern

Facebook-Mitglieder weltweit schreckten am Osterwochenende auf: Persönliche Daten von mehr als 530 Millionen Nutzer:innen sollen im Internet veröffentlicht worden sein. Darunter sollen auch Daten von rund sechs Millionen Menschen aus Deutschland sein. Nach Medienberichten wurden sie wohl über eine Sicherheitslücke erbeutet, die Facebook nach eigenen Angaben im August 2019 geschlossen hatte. „Apps, die Facebook als Plattform nutzen, können auch ohne Sicherheitslücke Daten der Mitglieder sammeln”, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. „Über solche Anwendungen können Firmen an Daten von Facebook-Mitgliedern kommen, ohne dass diese es unbedingt wissen.” Wie können sich Verbraucher:innen vor Datenmissbrauch schützen? Die Verbraucherzentrale NRW gibt praktische Tipps zum Umgang mit Facebook-Apps.

  • Facebook-Apps prüfen
    Facebook-Apps sind kleine Programme wie Spiele, Umfragen oder Tests. Wer diese Apps nutzt, gibt Dritten möglicherweise Zugriff auf persönliche Facebook-Daten, ohne es zu merken. Verbraucher:innen sollten daher prüfen, welche Apps sie wirklich benötigen und auf andere Anwendungen verzichten.
  • Einstellungen ändern
    In den Facebook-Einstellungen können Verbraucher:innen regeln, auf welche Daten Apps zugreifen und wie sie diese Informationen nutzen dürfen. Für jede App wird einzeln angezeigt, auf welche persönlichen Facebook-Daten sie zugreifen kann. Es ist empfehlenswert, so wenig Datenzugriffe wie möglich zu erlauben. Unter Umständen funktioniert die Anwendung danach nicht mehr wie zuvor. Interessenten müssen dann abwägen, ob sie der Anwendung den Zugriff auf die Daten trotzdem gestatten wollen oder ob sie auf die Nutzung der Anwendung verzichten.
  • Mit eigenen Daten geizen
    Geburtsdatum, echter Name, genutzte E-Mail-Adresse und Telefon-nummer sind wertvolle Daten für Kriminelle. Solche Informationen sollten im Internet so wenig wie möglich öffentlich zur Verfügung stehen. Denn wer es darauf anlegt, kann sie auch aus unterschiedlichen Quellen zusammentragen und ein umfassendes Profil erstellen.
  • Single-Sign-On vermeiden
    Viele Internetshops und Plattformen bieten die Möglichkeit, sich mit dem Social-Media-Account einzuloggen. Auch das funktioniert, indem bei Facebook eine entsprechende App aktiviert wird, die Daten der Nutzer:innen sammeln kann. Betreiber:innen unseriöser Internetseiten könnten diese Infos für gefährliche Aktionen wie Phishing oder gar Identitätsdiebstahl nutzen. Der Komfort des Logins mit einem Social-Media-Account birgt weitere Risiken. Wie bei einem Generalschlüssel für ein Haus kann der Schaden beim Verlust eines "Single-Sign-On"-Account-Passworts besonders groß werden. Gelangt das Passwort für das eine Konto in die falschen Hände, erhalten Dritte nicht nur Zugang zu diesem Konto, sondern zu allen Seiten mit entsprechender Login-Möglichkeit. Umso wichtiger ist es, das Konto durch ein sicheres und einmaliges Passwort abzusichern. Für mehr Sicherheit kann das Konto über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt werden – sofern man dem Anbieter eine Handynummer anvertrauen möchte. Der Login beziehungsweise bestimmte Aktionen, wie die Bestätigung einer Zahlung, klappen dann neben dem Passwort erst durch einen zweiten Schritt – etwa die Eingabe einer PIN, die per SMS oder spezieller App auf das Smartphone geschickt wird.

Weitere Informationen zum Thema Datensicherheit bei Facebook gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter

https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/25013.

 

Vermeintliche Paketdienst-SMS täuschen Verbraucher:innen

Vorsicht, Abzocke!

Viele Handynutzer:innen werden aktuell von einer SMS-Flut belästigt. Sie stammen von angeblichen Paketdiensten und fordern Empfänger:innen auf, einen Link zu öffnen. Die Absichten hinter der Betrugsmasche sind unterschiedlich: Einige haben es darauf abgesehen, schädliche Apps zu verbreiten, die Daten auslesen und massenweise SMS an gespeicherte Kontakte senden. Andere wollen ahnungslose Opfer in Abofallen locken. „Seit Ostern werden diese SMS offenbar noch viel häufiger verschickt als zuvor. Darauf deutet eine gestiegene Anzahl an Verbraucheranfragen hin”, sagt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherentrale in Euskirchen. Wie Verbraucher:innen sich vor solchen SMS schützen und was sie tun können, wenn sie bereits in die Betrugsfalle getappt sind, erläutert die Verbraucherzentrale NRW.

  • Wie verhalte ich mich, wenn ich unerwünschte SMS erhalte?
    Unerwünschte SMS mit unseriösen Links sollten sofort gelöscht werden. Keinesfalls sollten Verbraucher:innen auf die SMS antworten, darin enthaltene Links öffnen oder vorgeschlagene Apps installieren. Im Idealfall sollte keine Reaktion der Betroffenen erkennbar sein, dass ihre Rufnummer aktiv ist.
  • Was ist zu tun, wenn ich einen Link geöffnet habe?
    Um den Missbrauch ihres Smartphones zu vermeiden, sollten Betroffene den Flugmodus aktivieren und den Mobilfunkanbieter informieren. Dieser erstellt auf Anfrage auch einen Kostennachweis über möglicherweise verschickte SMS. Eine Anzeige bei der Polizei sollte in jedem Fall erstattet werden, auch um mögliche Versicherungsansprüche geltend zu machen.
  • Wie verhinderte ich unerwünschte SMS?
    In den Einstellungen vieler Nachrichten-Apps können Verbraucher:innen festlegen, dass sie nur SMS von gespeicherten Kontakten empfangen möchten. Wer Service-Angebote wie zum Beispiel Terminerinnerungen oder Informationsdienste von Banken nutzt, muss daran denken, diese Rufnummern fortan einzuspeichern. Manche Smartphones oder Sicherheits-Apps bieten auch Spam-Filter an. Sie können helfen, die Zahl unerwünschter SMS zu verringern. Grundsätzlich gilt: Verbraucher:innen sollten möglichst sparsam mit ihren Daten umgehen und ihre Handynummer nur angeben, wenn es zwingend nötig ist. Wer langfristig von der SMS-Flut betroffen ist, sollte über einen Wechsel der Rufnummer nachdenken.
  • Wie schütze ich mich vor Schäden durch diese SMS?
    Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn nach dem Antippen eines Links eine App installiert werden soll. Befinden sich Apps nicht in einem offiziellen Store des Smartphones, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es schädliche Programme sind. Nutzer:innen eines Android-Smartphones können in den Einstellungen festlegen, dass Apps aus unbekannten Quellen nicht installiert werden dürfen und sich so schützen. Bei iPhones sind nur Installationen aus dem App-Store von Apple möglich, sofern man die Geräte nicht selbst manipuliert hat. Verbraucher:innen sollten generell bei ihrem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre aktivieren, sofern dies noch nicht geschehen ist. Betriebssystem und Apps sollten durch automatische Updates immer aktuell gehalten werden.
  • Was kann ich tun, wenn mir unerwünschte Kosten entstanden sind?

Wenn Verbraucher:innen durch unseriöse SMS Kosten entstanden sind, könnte eine Hausratversicherung dafür aufkommen. Viele Verträge enthalten Schutz vor Schäden durch Phishing, wenn zum Beispiel missbräuchlich Einkäufe im Internet getätigt wurden. Auch spezielle Cyberversicherungen können solche Schäden abdecken.

Weiterführende Infos und Links:

Weitere Informationen zum Thema Schutz vor SMS-Abzocke gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter https://www.verbraucherzentrale.nrw/aktuelle-meldungen/digitale-welt/paketdienstsms-vorsicht-abzocke-58988

 

 


 

Tipps gegen Abzocke durch Rohrreinigungsfirmen

Umsicht statt Panik gefragt

Ist der Abfluss verstopft – dann wird rasche Hilfe oftmals teuer. Als Retter in der Not bieten vermeintlich ortsansässige Rohrreiniger ihre Dienste an. Doch eine ins Auge springende Anzeige im Internet lotst Betroffene oftmals nicht zu einer ortsansässigen Firma. „Wer vorsorgt und weiß, wen man im Ernstfall zuverlässig um Hilfe bitten kann und wer trotz Stresssituation die Kosten vor dem Anrücken eines Handwerkers vergleicht, ist vor bösen Überraschungen sicher“, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Das Projekt Klimafolgen und Grundstückentwässerung der Verbraucherzentrale NRW hilft mit folgenden Hinweisen:

  • Besonnen bei akuter Rohrverstopfung reagieren: Beim Anruf sollten Betroffene immer nach der genauen Anschrift der Rohrreinigungsfirma und einem verbindlichen Festpreis fragen, in dem die Anfahrtskosten und mögliche Zuschläge bereits enthalten sind. Generell ist es ratsam, auch in einer akuten Notlage zwei bis drei Anbieter anzurufen und deren Leistungen miteinander zu vergleichen.
  • Ortsansässige Helfer finden:Wichtig ist immer sich genau die Internetseite anzusehen. Gibt es beim Angebot des vermeintlich ortsansässigen Rohrreinigers ein Impressum? Gewerbliche Internetseiten müssen ein Impressum haben, das den Namen und die Anschrift des Anbieters enthält. Fehlen jedoch Name und Anschrift, kann es schwierig werden, gegen die Firma im Nachhinein Ansprüche geltend zu machen. Internetseiten ohne ein Impressum, die nur eine Mobilfunkrufnummer für die Kontaktaufnahme enthalten, sind wahrscheinlich nicht ortsansässig. Deshalb Hände weg von diesen Firmen!
  • Achtung bei zwischengeschalteten Vermittlungsfirmen:Manchmal ist im Impressum auch nur eine Vermittlungsfirma genannt. Derartige Vermittler leiten die ihnen vom Verbraucher mitgeteilte Adresse an den vermeintlich ortsansässigen Rohrreiniger weiter. Ein Anhaltspunkt für eine Vermittlungsfirma: wenn im Impressum ein anderer Name als der des Rohrreinigers steht. Weiteres Indiz: Die Vermittlungsfirmen weichen am Telefon häufig Fragen von Verbrauchern aus.
  • Erfolgreiche Beseitigung der Rohrverstopfung: Betroffene sollten während der Anwesenheit des Notdienstes prüfen, ob der Schaden wirklich behoben ist. Sonst sollten sie nicht zahlen! Bei der Rohrreinigung muss etwa keine Reinigungsflüssigkeit erst einwirken, um eine Verstopfung zu lösen. Auch sollte der Hinweis stutzig machen, es müssten erst Ersatzteile besorgt werden, um am nächsten Tag wiederzukommen
  • Korrekte Rechnungsposten fordern:Wirbt eine Firma mit einer Ortsvorwohl, dann dürfen auch nur Fahrtkosten innerhalb der Ortsgrenzen in Rechnung gestellt werden. Kosten für den Einsatz von Spezialwerkzeugen fallen nur an, wenn die Geräte auch tatsächlich eingesetzt wurden. Rückt der Notdienst außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeiten an, können noch Nacht- und Feiertagszuschläge hinzukommen. Die Kosten für eine Abflussreinigung mit einer Spirale belaufen sich auf bis zu 250 Euro inklusive Wochenendzuschlag. Regional kann es Unterschiede geben.
  • Rechnung prüfen: Eine Rechnung sollte nur dann vollständig bezahlt werden, wenn die Arbeiten korrekt ausgeführt wurden und jede Position nachvollziehbar ist. Das Fehlen einer Steuernummer ist ein Indiz für ein unseriöses Unternehmen. Wird zur Bezahlung ein Kartenlesegerät gereicht, sollten Betroffene den vom Rohrreiniger schon eingegebenen Betrag prüfen. Sollte der gerufene Rohrreinigungsdienst mit Nachdruck den geforderten Betrag sofort einfordern, ist ein Anruf über den Notruf 110 bei der Polizei oft wirksam. Denn Nötigung ist strafbar.
  • Vorsorge für alle Fälle treffen: Wer die Rufnummer eines seriösen Betriebes an die Pin-Wand heftet, ist auf den Einsatz eines unbekannten Notdienstes nicht angewiesen. Auch ein vorsorglicher Preisvergleich mehrerer Firmen kann sich lohnen. Wer sich im Vorfeld nach Preisen und Leistungen von seriösen Notdiensten in Wohnnähe erkundigt und deren Rufnummer parat hat, ist für den Notfall bestens gewappnet.

Rechtlichen Rat bei überhöhten Rechnungen von Rohrreinigern bieten die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW in Euskirchen während des Lockdowns telefonisch unter 02251 5064501 oder per E-Mail . Tipps zu den Tricks von unseriösen Rohrreinigern gibt auch das Projekt Klimafolgen und Grundstückentwässerung der Verbraucherzentrale NRW – und zwar wochentags telefonisch unter 0211/38 09 300 oder per E-Mail unter .

 

Datingportalen nicht blind vertrauen

Widerrufsrechner schützt vor Abzocke bei Online-Abos

Die Flirt- und Partnersuche im Internet hat rund um den Valentinstag Hochkonjunktur. Um schnell und zuverlässig ans richtige Ziel zu kommen, steuern viele Liebeshungrige jedoch nicht nur am 14. Februar ein Datingportal im Internet an. Statt zum großen Glück führen die Singlebörsen Flirtwillige allerdings oftmals in die Irre und verursachen Ernüchterung, Enttäuschung und hohe Kosten. Denn in den komplizierten und oft kaum verständlichen Verträgen sind einige Tücken verborgen. So hatte etwa das Partnervermittlungsunternehmen Parship in der Vergangenheit von seinen Kunden vielfach mehrere hundert Euro für anteiliges Single-Surfen verlangt, wenn Kunden einen Partnervermittlungsvertrag fristgerecht innerhalb von 14 Tagen widerrufen hatten. „Wer ein hunderte Euro teures Abo schon nach wenigen Tagen wieder loswerden will, kommt zwar nicht unbedingt kostenlos aus der Sache raus. Derart hohe Zahlungen sind jedoch bei einem rechtzeitigen Adieu nicht zulässig“, stellt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale NRW in Euskirchen klar. Sie erklärt die rechtlichen Hintergründe und empfiehlt Betroffenen, Ansprüche von Partnervermittlungen anhand eines Online-Rechners unter www.verbraucherzentrale.nrw/partnerboersen-rechner zu überprüfen:
  • Statt Traumpartner nur Technik:Online-Singlebörsen und Partnervermittlungen bieten ihren Kunden lediglich die technische Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit anderen im Portal angemeldeten Personen. Wer diese Dienstleistung in Anspruch nimmt und eines der zahlreichen Online-Portale nutzen möchte, sollte zuvor in jedem Fall einen Blick auf das Kleingedruckte werfen. Denn in den Geschäftsbedingungen verbergen sich oft versteckte Kosten. Besonderes Augenmerk gilt es auf die Laufzeit und die Kosten des Vertrages zu legen. Einige Anbieter werben mit günstigen Probeabos, die sich nach Ablauf automatisch um sechs oder sogar zwölf Monate mit einem weit höheren Preis verlängern.
  • Widerrufs- und Kündigungsmöglichkeiten:Wer das nach kurzer Zeit merkt oder nicht auf teilweise geschönte Profile und falsche Versprechen hereinfallen möchte, der kann sich in der Regel bereits kurz nach Vertragsabschluss wieder von dem Partnervermittlungsinstitut lösen. Grundsätzlich gilt hier eine Frist von 14 Tagen nach Abschluss des Abos.
  • Datingportale dürfen bei Widerruf nicht zulangen:Wer seinen Vertrag fristgerecht widerruft, darf jedoch nicht dafür mit horrenden Summen zur Kasse gebeten werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im letzten Oktober in einem Urteil klargestellt (Az.: C- 641/19): Widerrufen Flirtwillige ihren Vertrag, kann eine Partnerbörse zeitanteilig zwar einen sogenannten „Wertersatz“ verlangen – aber nur für die abgelaufenen Tage bis zum Widerruf. Das wird deutlich am folgenden Beispiel: Angenommen ein Single-Jahresabo von 400 Euro kostet pro Tag 1,10 Euro. Wird der Vertrag hierzu nach zehn Tagen widerrufen, darf ein Datingportal nur einen Wertersatz von circa elf Euro für die anteilige Nutzung berechnen.
Für Partnersuchende, die ein Jahresabo bei einer Partnerbörse fristgerecht wieder auflösen möchten, bietet die Verbraucherzentrale NRW einen Online Rechner an. Unter www.verbraucherzentrale.nrw/partnerboersen-rechner können Betroffene den Betrag ermitteln, den eine Partnerbörse im Falle eines widerrufenen Vertrages von ihnen verlangen kann.
 
Weitere Infos zu Datingportalen gibt’s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/partnersuche-im-internet
 
Informationen und Beratung zu den Tücken von Partnervermittlungen bietet auch die Verbraucherzentrale in Euskirchen, während des Lockdowns telefonisch unter 02251 5064501 oder per E-Mail an .

Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 50645-01
Fax: 02251 50645-07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen

Öffnungszeiten:
Mo. 09:00-13:00 Uhr
Di. 09:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Do. 09:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Fr. 09:00-13:00 Uhr
Vorstand: Wolfgang Schuldzinski
Amtsgericht Düsseldorf: VR 4130
USt-IdNr.: DE 119496546
Informationen zum Datenschutz entnehmen Sie bitte unseren Hinweisen im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/datenschutz

Tipps zu Cookies im Netz; Safer Internet Day

Cookie-Banner
Nicht nur lästig, sondern auch nützlich?

Vielen Internetnutzern geht das Aufploppen von Cookie-Bannern beim Surfen im Netz auf den Keks: Viel Text und Kleingedrucktes, komplizierte Browserfenster und lästiges Klicken. Die meisten Surfer wollen die Einblendungen schnell weghaben und drücken auf "akzeptieren", ohne zu wissen, was sie da eigentlich tun. Aus Anlass des Safer Internet Days, der am 9. Februar in diesem Jahr Meinungsbildung und Desinformation im Netz zum Thema macht, erklären Klaus Palenberg, Datenschutzjurist von der Verbraucherzentrale NRW und Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen, im Expertengespräch den Sinn von Cookie-Bannern und gibt wichtige Tipps:

  • Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Datensätze von Webseiten-Betreibern, die auf Rechnern von Usern gespeichert werden, wenn diese eine Webseite besuchen. Ihre Funktion ist, Nutzer bei erneutem Besuch auf Webseiten zu identifizieren, das Verweilen komfortabel zu gestalten und Aufschluss über ihr Surfverhalten zu geben. Konkret zählen das Abspeichern eines Logins auf einer Internetseite oder das Abspeichern eines Warenkorbs bei einem Online-Händler zu den Aufgaben von Cookies. Sie sind technisch auch in der Lage, das Tummeln von Nutzern im Netz (Webtracking) mit speziell präparierten Seiten nachverfolgbar zu machen.

  • Seit wann gibt es für die Platzierung verbindliche Regeln?

Cookies sind treue Surfbegleiter, seitdem das Internet auch von der breiten Öffentlichkeit genutzt wird. Seit 1995 bestehen für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einheitliche Regeln, die mit Einführung der Datenschutzverordnung 2018 weiter ausgebaut wurden. Demnach darf eine Einwilligung zur Anwendung von Cookies nicht in Form von voreingestellten Häkchen oder Kreuzchen erfolgen, sondern hierzu müssen Nutzer aktiv ihre Zustimmung erteilen.

  • Inwiefern profitieren Anbieter vom Setzen der Cookies?

Durch Cookies können Unternehmen und Werbetreibende zahlreiche Informationen über die Nutzer sammeln. Dazu gehören zum Beispiel Angaben zur Häufigkeit, Dauer und Auswahl von Internetbesuchen, die persönliche IP- und E-Mail-Adresse, eingegebene Kontaktdaten und Passwörter, der jeweilige Bildungsstatus, Alter, finanzielle Ausgaben sowie Aufschluss über ausgewählte Produkte und Bestellungen.

  • Welche Gefahren bestehen, wenn alle Cookies freigegeben werden?

Mit Hilfe von Cookies werden etwa umfangreiche Nutzerprofile erstellt, die weitreichende Rückschlüsse über das Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten des Nutzers zulassen. Durch dieses Wissen können die Werbetreibenden die Nutzer beispielsweise anhand personalisierter Werbung leichter manipulieren und zu Käufen verleiten, die sie sonst nicht getätigt hätten.

  • Wie gehen Anwender optimal mit Cookies um?

User sollten sich von den oft missverständlichen Gestaltungen der Cookie-Banner nicht verwirren lassen. Stattdessen sollten sie sich die Pop-Up-Fenster zumindest beim ersten Mal durchlesen und dann entscheiden, welche Cookies sie zulassen. Ansonsten ist es besser, nur die notwendigen Cookies auszuwählen, statt einfach auf den Button „alle akzeptieren“ zu klicken.

  • Welche Browsereinstellungen können Anwender von vornherein und welche müssen sie jedes Mal vornehmen?

Um Web-Tracking vorzubeugen und es Werbetreibenden zu erschweren, personalisierte Werbung zu schalten, sollte in den Datenschutzeinstellungen des Web-Browsers hinterlegt werden, wie er mit Cookies verfahren darf. Hier können Cookies von sogenannten Drittanbietern, wie etwa Werbefirmen, deaktiviert werden. User können hierzu in den Browsereinstellungen unter dem Menüpunkt "Datenschutz/Cookies von Drittanbietern akzeptieren" die Optionen "nie akzeptieren" anklicken und zudem die Do-Not-Track-Option auswählen. Wer seinen Browser zudem so einstellt, dass die Cookies nach jeder Sitzung automatisch gelöscht werden, erschwert ein dauerhaftes Tracking und das Auswerten persönlicher Daten. Hierfür müssen sich Surfer jedoch jedes Mal aus Online-Shops abmelden und den Browser nach jeder Sitzung schließen! Alle Cookies abzulehnen, ist hingegen nicht immer sinnvoll, da beispielsweise die Funktion eines Warenkorbs beim klassischen Online-Shopping über einem Cookie funktioniert und mit einer Ablehnung auch ausgeschaltet wäre.

  • Wie lässt sich Dauerbeobachtung (Tracking) vermeiden?

Etwa durch regelmäßiges Löschen aller gespeicherten Cookies. Das gelingt meist über einen Check der Einstellungen des Browsers oder bei den mobilen Geräten unter "Datenschutz" oder "Inhaltseinstellungen". Cookies sollten am besten nach jedem Surfen im Netz, mindestens jedoch einmal monatlich gelöscht werden. Zudem wichtig: Aktueller Virenschutz, die Installation einer Firewall, verschlüsselte WLAN- und eine sichere Browser-Verbindung (erkennbar an der Bezeichnung „https“) sind weitere Vorkehrungen, die vor unliebsamen Web-Einblicken und Eingriffen von außen schützen.

Weitere Einzelheiten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen wie Cookies funktionieren, wie User mit ihnen umgehen sollten und wie man sie löschen kann, gibt’s von der Verbraucherzentrale NRW online unter www.verbraucherzenrale.nrw/cookies.

Hintergrund Safer Internet Day:

Mit mehr als 100 Veranstaltungen und Projekten beteiligen sich jedes Jahr am Safer Internet Day deutschlandweit Unternehmen, Verbände, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen –coronabedingt in 2021 jedoch ausschließlich online.


 

Fitnessstudios im Lockdown

Welche Rechte haben die Kunden?

Die Fitnessstudios mussten wegen der Corona-Pandemie bereits mehrmals für viele Wochen ihre Türen schließen. Auch im aktuellen Lockdown bleiben Stepper und Hanteln ungenutzt, statt im Kursraum wird der Yoga-Sonnengruß vor dem heimischen Spiegel trainiert. Das geht nicht nur auf Kosten der Figur, sondern auch ins Geld. Denn Fitnessstudioverträge haben meist eine mehrmonatige Laufzeit und die fälligen Gebühren gehen oftmals weiterhin vom Konto ab, obwohl die Leistung nicht mehr zur Verfügung gestellt wird. Auf die Idee, vorab das Gespräch mit den Kunden zu suchen, um mögliche Alternativlösungen wie eine kostenfreie Verlängerung der Vertragslaufzeit, eine Reduzierung des Monatsbeitrags oder ein besonderes Online-Training zu vereinbaren, kommen nur die wenigsten Studiobetreiber. Verbraucherinnen und Verbraucher berichten der Verbraucherzentrale in Euskirchen von einseitigen Vertragsverlängerungen seitens des Studios oder nicht akzeptierten, fristgerechten Kündigungen. Trotz der schwierigen Situation für die Unternehmer: Kunden müssen sich nicht alles gefallen lassen. Die wichtigsten Fakten nennt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen, im Überblick:

  • Beitragszahlung während des Lockdowns: Wer sein Fitnessstudio wegen Corona nicht nutzen kann, weil es ganz geschlossen ist oder ein Notprogramm angeboten hat, der muss für die Zeit nicht oder zumindest nicht den vollen Beitrag zahlen. Grundsätzlich müssen nur für die Zeiten Beiträge in voller Höhe gezahlt werden, in denen der per Vertrag versprochene Service auch in vollem Umfang nutzbar war. Wurde der Vertrag jedoch vor dem 8. März2020 geschlossen und der Beitrag bereits bezahlt, gilt die so genannte „Gutscheinlösung“. Verbraucher müssen dann – an Stelle der direkten Rückerstattung der Beiträge – alternativ einen Wertgutschein in Höhe der Beiträge akzeptieren, die während der Schließzeit angefallen sind.
  • Alternative Angebote prüfen: Manche Studios bemühen sich aber auch konstruktiv um Lösungen wie beispielsweise ein Online-Fitness-Angebot oder eine kostenlose Verlängerung des Vertrags im Gegenzug für die ausgefallenen Corona-Monate. Sollte es finanziell machbar sein, sind solche Angebote durchaus akzeptabel. Es gibt aus unserer Sicht jedoch keine Verpflichtung für die Kunden, auf solche Offerten einzugehen.
  • Verlängerungen der Vertragslaufzeit: Die im Vertrag genannte Laufzeit gilt auch dann, wenn das Fitnessstudio wegen der Corona-Pandemie vorübergehend schließen musste. Wir sind der Ansicht, dass Verlängerungen der Laufzeit, die die ausgefallenen Trainingszeiten ersetzen sollen, grundsätzlich nur freiwillig, also im Einvernehmen mit den Verbrauchern, möglich sind. In der letzten Zeit sind allerdings einige Urteile ergangen, in denen anders entschieden wurde. Das Argument: Es müsse eine Vertragsanpassung vorgenommen werden und das Studio könne die Vertragslaufzeit daher einseitig um die Zeit der Schließung verlängern. Eine höchstrichterliche Entscheidung zu dieser Frage liegt bislang nicht vor. Wer es also auf einen Gerichtsprozess zu dieser Frage ankommen lässt, geht derzeit ein gewisses Risiko ein.
  • Fristgerechte Kündigung: Ordentliche Kündigungen zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit sind weiterhin möglich. Wichtig ist hierbei, dass die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten und auch nachgewiesen werden kann. Dies gelingt beispielsweise über die Zustellung per Post als Einschreiben mit Rückschein oder per Fax mit qualifiziertem Sendebericht. Kommt es später zum Streit, ob eine Kündigung fristgerecht erfolgt ist, helfen diese Unterlagen beim Beweis. Ab dem Zeitpunkt, an dem die fristgerechte Kündigung gilt, sollten in jedem Fall die Zahlungen eingestellt bzw. der Bankeinzug widerrufen werden. Wer per Lastschrift zahlt, kann gegenüber dem Fitnessstudio nicht nur die Kündigung erklären, sondern sollte auch schriftlich die Einzugsermächtigung widerrufen. Bucht das Fitnessstudio trotzdem weiterhin unrechtmäßig Beträge ab, können diese über die eigene Bank zurückgeholt werden.

Informationen und Beratung zu diesem und anderen aktuellen Verbraucherthemen bieten die Beratungsstelle in Euskirchen während des Lockdowns telefonisch unter 02251 5064501 oder per E-Mail an .


 

Tipps fürs Bestellen per Mausklick

Geschenke vom Onlinehändler

Weihnachtseinkäufe im Internet vom heimischen Sofa aus können bequem und günstig sein: ohne Kontakt zu anderen, Ladenschluss und Parkplatzsuche. „Doch auch dort lauern Fallen. Online-Shopper sollten sich weder von schönen Internetseiten noch von tollen Versprechungen und vermeintlich günstigen Preisen blenden lassen“, rät die Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Bei Bestellungen per Mausklick sollte etwa auf vollständige Anschriften der Firmen, auf Datenschutz, Art der Bezahlung und die Versandkosten geachtet werden. Folgende Tipps helfen, den Geschenke-Stress aus Onlineshops wegzuklicken:

  • Preisvergleich und Datenschutz: Viele Produkte sind im Internet nur günstiger zu haben, wenn die Preise online mit denen im stationären Handel verglichen werden. Kunden sollten zudem Präsente in Shops bestellen, die eine verschlüsselte Datenübertragung ermöglichen. Das erschwert eine Einsicht durch Dritte. Verschlüsselte Datenverbindungen sind am „s" hinter dem „http" in der Adress-Zeile des Browsers zu erkennen. Bei den Datenschutzbestimmungen ist darauf zu achten, ob die eigenen Angaben nur verwendet werden, um die Bestellung zu erfüllen, oder ob sie auch für Werbung genutzt oder gar an Dritte weitergegeben werden sollen.
  • Check des Vertragspartners: Vor der Bestellung sollten sich Kunden vergewissern, dass der Firmenname, die sogenannte ladungsfähige Adresse (Postanschrift mit Land, Ort, Straße) und der Verantwortliche des Anbieters leicht aufrufbar sind. Nur so wissen sie, an wen sie sich wenden müssen, falls es Probleme gibt. Wer auf der Homepage keine Adresse oder nur ein Postfach findet, sollte misstrauisch sein. Hilfreich sind oft auch Foren im Internet, in denen Kunden ihre Erfahrungen darstellen. Wird dort bereits über Lieferengpässe, Probleme bei Reklamationen oder bei der Rückabwicklung von Verträgen nach einem Widerruf berichtet, sollte besser auf eine Bestellung verzichtet werden.
  • Zusatzkosten und Zahlungsweise: Damit sich die Schnäppchen nicht als Mogelpackung erweisen, sind auch die Zusatzkosten wie Versand- und Überweisungskosten sowie Zustellgebühren (bei Nachnahmesendungen) in die Gesamtrechnung einzubeziehen. Sonst wird ein vermeintlicher Preisvorteil schnell zur Kostenfalle. Kunden haben zwar kein Recht auf Wahl einer bestimmten Zahlungsart, doch meist gibt es mehrere Alternativen. Online-Anbieter müssen auch einen gängigen Zahlungsweg kostenfrei ermöglichen. Am sichersten ist die Bezahlung nach Erhalt der Ware per Rechnung oder die Erteilung einer Einzugsermächtigung. Damit riskieren Kunden nicht, keine, eine andere als die bestellte oder eine fehlerhafte Ware zu erhalten und anschließend dem Geld hinterherlaufen zu müssen. Vorsicht gilt bei Vorkasse.
  • Widerrufs- oder Rückgaberecht:Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Das gilt auch für Verträge über Waren, die auf einer Auktionsplattform von einem gewerblichen Händler ersteigert werden. Der Widerruf muss gegenüber dem Vertragspartner am besten per E-Mail, Fax oder Brief erklärt werden. Die bestellte Ware einfach nicht anzunehmen oder zurückzusenden, gilt nicht als Widerruf! Die 14tägige Frist beginnt beim Kauf von Waren im Internet dann, wenn der Käufer ordnungsgemäß, in klarer und verständlicher Weise über sein Widerrufsrecht informiert worden ist und die Ware erhalten hat. Bei bestellten Dienstleistungen beginnt die Widerrufsfrist allerdings bereits mit Vertragsschluss.
  • Rücksendung: Geht die bestellte Ware innerhalb der gesetzten Frist zurück, muss der Händler neben dem Kaufpreis auch die Kosten für die Hinsendung erstatten. Das gilt jedoch nur für die Kosten des Standardversands und nicht für die Zusatzkosten einer Expresslieferung. Im Gegenzug muss der Kunde die Kosten für die Rücksendung der unwillkommenen Waren tragen – es sei denn, der Händler bietet an, die Rücksendekosten zu übernehmen. Dieser bleibt auch auf den Kosten sitzen, wenn er vor Vertragsschluss nicht darüber informiert hat, dass Kunden die Kosten der Rücksendung selbst zahlen müssen. Bei mangelhafter Ware haben Käufer dieselben Gewährleistungsrechte wie bei einem Kauf im stationären Handel.

 

Weitere Beratung zum Kaufrecht im Handel – stationär und online – bietet die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in der Wilhelmstraße 37 unter 02251 5064501 oder per E-Mail an . Die persönliche Beratung erfolgt nach vorheriger Terminvergabe und unter Berücksichtigung des höchstmöglichen Gesundheitsschutzes für die Beteiligten.

Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Euskirchen
Wilhelmstraße 37
53879 Euskirchen
Tel.: 02251 50645-01
Fax: 02251 50645-07

www.verbraucherzentrale.nrw/euskirchen


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