die Sonne einfangen

 
 
 
 
 
die Sonne einfangen
Verbraucherzentrale NRW startet Solarstrom-Kampagne
 
  • Die Zukunft gehört der Sonne und alle können mitmachen
  • Großes Potenzial für private Photovoltaikanlagen in NRW
  • Vielseitige Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene
Als Privathaushalt der eigene Stromversorger zu werden, ist heute auf vielfältige Weise möglich. Ob mit dem kompakten Stecker-Solargerät am Balkon oder der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach. Verbraucher:innen können aktiv etwas für den Klimaschutz tun, ihren eigenen Solarstrom nutzen, unabhängiger vom Energieversorger werden und dabei langfristig Geld sparen. Wie das geht und was zu beachten ist, zeigt die Verbraucherzentrale NRW mit ihrer neuen, landesweiten Informationskampagne „Solarstrom@home“.
 
Solarstrom für den Eigenbedarf produzieren, die Energiekosten senken und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Für Verbraucher:innen in Nordrhein-Westfalen bieten sich dazu vielfältige Möglichkeiten. Aktuell werden nur drei Prozent der Stromerzeugung im bevölkerungsreichsten Bundesland mit Solarstrom abgedeckt. Dabei entspricht das Sonnenpotenzial in NRW fast der Hälfte des heutigen Stromverbrauchs im Land. Eine gute Gelegenheit für Verbraucher:innen, Teil einer klimaschützenden Energiewende zu werden. Und das Charmante daran – jede:r kann mitmachen, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Hausdach.
 
Solartechnik für jeden Haushalt
Aller Anfang ist leicht. Nicht alle Verbraucher:innen haben die Möglichkeit, sich direkt eine große Photovoltaikanlage auf ihr Eigenheimdach zu bauen. Mitmachen und die Sonne ins Haus holen kann aber jede:r. „Stecker-Solargerätekönnen im Regelfall mit wenig Aufwand aufgebaut und angeschlossen werden“, erklären Werner Reiner der Energieberater der Verbraucherzentrale in Euskirchen und Beratungsstellenleiter Monika Schiffer. „Das Sonnenkraftwerk für den Balkon besteht aus ein bis zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom der Anlage in 230-Volt-Wechselstrom für den Haushalt umwandelt. Kostenpunkt pro Modul, Wechselrichter und Montagevorrichtung ab 500 Euro. Damit lassen sich jährlich, pro Modul und je nach Standort, 300 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei einem Zweipersonenhaushalt entspricht das ungefähr dem Jahresverbrauch einer Spül- oder Waschmaschine“. Besitzer:innen von Eigenheimen können sich auf das Hausdach ihr Sonnenkraftwerk bauen lassen, ihr eigener ökologischer Stromversorger werden und das Energiemanagement im Haus optimieren. „Bei allen modernen Photovoltaikanlagen spielt der Eigenverbrauch und damit die Einsparung von Energiekosten eine zentrale Rolle. Das Stichwort ist hier die sogenannte Sektorkopplung mit den hausinternen Schnittstellen Strom, Wärme und Mobilität“, erläutert Energieexperte Werner Reiner. „Mit dem selbsterzeugten Solarstrom lassen sich Batteriespeicher, Wärmepumpe und Elektroheizstäbe für Heizung und Warmwasseraufbereitung speisen. Ebenso können über die hauseigene Ladestation das E-Auto und die E-Bikes mit der Sonnenenergie vom eigenen Dach geladen werden.“
 
Fördermöglichkeiten rund um die Sonne
Der Gesetzgeber hat eine Vielzahl an Programmen aufgelegt, um den Erwerb, die Inbetriebnahme und Modernisierung von Photovoltaikanlagen durch Privathaushalte zu fördern. Die KfW-Bank und das Land Nordrhein-Westfalen, sowie Kommunen und Energieversorger vergeben unterschiedlichste Zuschüsse und Darlehen. Auch über die Einspeisevergütung für den erzeugten und ins Netz eingespeisten Strom werden Solaranlagen finanziell gefördert. Im Rahmen der Kampagne „Solarstrom@home“ bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonnenseiteumfangreiche Informationen zur Planung, Inbetriebnahme und Förderung von Solarstromanlagen für private Verbraucher:innen.
 
Termine für Beratungen können Interessierte vereinbaren unter 02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen), unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder per Email an .
 
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Die Kampagne „Solarstrom@home“findet statt im Rahmen des Projekts Energie2020plus der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

Sollten Verbraucher:innen ihren Impfstatus speichern lassen?

 
Schneller Check-In im Fitnessstudio
Sollten Verbraucher:innen ihren Impfstatus speichern lassen?
 
Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf derzeit in NRW ins Fitnessstudio, ins Kino oder in die Innengastronomie. Dafür muss bei jedem Besuch ein entsprechender Nachweis vorgezeigt werden. Gerade Dienstleister mit einer Stammkundschaft möchten den Check-In einfach und bequem halten. Daher bieten erste Fitnessstudios die Speicherung des persönlichen Impfstatus in ihrer Mitgliederdatenbank an. Was auf den ersten Blick als kundenfreundliche Lösung erscheint, sollte jedoch mit Bedacht abgewogen werden. „Immer wenn Verbraucher:innen personenbezogene Daten preisgeben, besteht das Risiko, dass ihre Daten zweckentfremdet oder missbräuchlich genutzt werden könnten”, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Darauf sollten Verbraucher:innen achten:
 
- Impfstatus speichern – ist das legal?
Die Registrierung des Impfstatus zählt zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten. Nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kann eine solche Speicherung zulässig sein, wenn die Verbraucher:innen ausdrücklich und freiwillig eingewilligt haben. Wichtig ist hierbei, dass eine echte Wahl besteht, die Einwilligung auch zu verweigern. Müssten die Mitglieder eines Fitnessstudios ihren Impfstatus registrieren lassen, um überhaupt dort trainieren zu können, kann die Verarbeitung prinzipiell nicht auf eine Einwilligung gestützt werden. Können die Mitglieder hingegen selbst entscheiden, entweder ihren Impfstatus registrieren zu lassen oder ihren Getestet-/Genesen-/Geimpft-Nachweis im Rahmen einer Sichtkontrolle beim Einlass vorzuzeigen, wird die Einwilligung und mit ihr die Registrierung in der Regel zulässig sein. Ein seriöser Anbieter wird in diesem Fall die Erteilung der Einwilligung schriftlich oder elektronisch festhalten. Verbraucher:innen können die Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen
 
- Mit persönlichen Daten geizen:
Verbraucher:innen sollten generell sparsam mit ihren Daten umgehen. Das betrifft insbesondere die Weitergabe von sensiblen Gesundheitsdaten wie dem Impfstatus. Das Risiko von Datenmissbrauch kann nie ausgeschlossen werden, selbst wenn ein Fitnessstudiobetreiber höchste Sicherheitsstandards an die Datenverarbeitung legt und sämtliche datenschutzrechtliche Pflichten erfüllt. Daher sollte man sich gut überlegen, ob die gesparte Wartezeit beim Einlass ins Fitnessstudio die Speicherung des Impfstatus auf dem Server des Anbieters oder gar in der Cloud wert ist.
 
- Impfnachweis ohne Datenweitergabe:
Die Sichtkontrolle beim Einlass ist im Hinblick auf den Datenschutz die risikoärmere Form, den Impfnachweis zu erbringen. Dies kann über den Impfpass und das digitale Covid-Impfzertifikat der EU erfolgen - entweder in ausgedruckter Form oder digital abgespeichert in der Corona-Warn-App oder der CovPass-App. Im Vergleich zum Impfpass auf Papier bietet die digitale Lösung den praktischen Vorteil, dass andere nur Informationen über die Covid-19-Impfung erhalten, aber nicht über weitere Impfungen. Theoretisch besteht auch beim digitalen Impfnachweis die Gefahr, dass Daten durch installierte Spionage-Software in fremde Hände geraten. Die Daten werden aber bei der CovPass- und der Corona-Warn-App ausschließlich auf dem Smartphone gespeichert und nicht an einen Cloud-Speicher oder Anbieter übermittelt.
 
Für Beratungen ist das Team der Verbraucherzentrale in Euskirchen erreichbar unter unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder 02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen), unter oder per Email an .
 
Weiterführende Infos und Links:
  • Wichtige Fragen rund um die Corona-Impfung beantwortet die
Verbraucherzentrale NRW unter
  • Informationen zum digitalen Impfnachweis gibt es unter

Hochwasser-Betroffene kostenlose Ersthilfe bei Streit mit der Versicherung

Hochwasser-Betroffene erhalten kostenlose Ersthilfe bei Streit mit der Versicherung

Verbraucherzentrale in Euskirchen bietet schnelles und unbürokratisches Beratungsangebot

Infolge der Hochwasserkatastrophe verzichtet die Verbraucherzentrale NRW auf die Entgelte für die Versicherungsrechtsberatung durch einen Anwalt, um Betroffene in ihrer aktuellen Notlage zu unterstützen. Die Beratung für eine erste rechtliche Einschätzung richtet sich an Verbraucher:innen, die Probleme mit ihrer Versicherung bei der Schadensregulierung haben.

Wer durch das Hochwasser Schäden erlitten hat, kann durchaus erleben, dass die Versicherung ganz anders reagiert als erwartet. Sollten bei der Schadensregulierung rechtliche Probleme auftreten, können Betroffene der Hochwasserkatastrophe die Versicherungsrechtsberatung der Verbraucherzentrale NRW aktuell kostenfrei nutzen. Durch die Entgeltbefreiung möchte die Verbraucherzentrale NRW den Betroffenen in ihrer akuten Notlage schnelle und unbürokratische Hilfe bieten.

Das Angebot umfasst ein 30-minütiges Beratungsgespräch zur ersten rechtlichen Einschätzung und Orientierung. Es dient dazu, die dringendsten Fragen der Betroffenen zu klären und eine erste qualifizierte rechtliche Einschätzung zu geben. Die Termine können mit der Beratungsstelle Euskirchen vereinbart werden und finden telefonisch oder in anderen Beratungsstelle statt.

Die Beratungsstelle Euskirchen ist erreichbar unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers) oder 02251 506 45 01 (mit dem Team der Beratungsstelle Euskirchen verbinden lassen) oder per E-mail: .

Warnung vor falschen Inkassoschreiben

 
Warnung vor falschen Inkassoschreiben
Verbraucherzentrale NRW erklärt, woran man betrügerische Abzocke
erkennt und wie Betroffene reagieren sollten
 
Falsche Inkassoschreiben sorgen derzeit für Verunsicherung bei
Verbraucher: innen in NRW. Verschiedene Firmen, darunter die EU Forderungs AG, die RIGO
Forderungs AG und die RIGOVA Forderungs AG , verschicken Briefe, in denen sie rund 270 Euro
für ein angebliches Glücksspiel-Abo fordern. Die Firmen drohen mit Mahnbescheiden,
Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen und schüren damit Angst und
Sorge bei Verbraucher:innen. „Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte darauf keinesfalls
unüberlegt mit einer Zahlung reagieren”, rät Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale
in Euskirchen. „Grundsätzlich empfehlen wir, Inkassoschreiben sorgfältig zu prüfen. Denn
auch wenn tatsächlich ein Zahlungsverzug vorliegt, können die Forderungen überhöht
sein.” Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie man Betrugsmaschen erkennt und worauf
bei Inkassoschreiben generell zu achten ist.
 
Woran erkennt man ein seriöses Inkassounternehmen?
Jedes Inkassobüro muss registriert sein. Es benötigt einen entsprechenden Registrierungs-
bescheid der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ob ein Inkassobüro registriert ist, kann im
Rechtsdienstleistungsregister kostenfrei überprüft werden.
Häufig fallen falsche Inkassoschreiben bereits durch typische Merkmale ins Auge, wie zum
Beispiel Rechtschreibfehler, ausländische Kontodaten, auf die das Geld überwiesen werden
soll, fehlende Pflichtangaben oder die Androhung von weitreichenden Konsequenzen, die die
Betroffenen verunsichern sollen. Seriöse Inkassounternehmen kommunizieren transparent
und gehen auf Einwände ein. Bereits aus dem ersten Schreiben des Inkassounternehmens
muss hervorgehen, für wen die Bezahlung der Forderung zu erfolgen hat. Darüber hinaus
müssen sowohl der Vertragsgegenstandals auch das Datum des Vertragsschlusses konkret
benannt werden.
 
Mögliche Zinsen und Inkassokosten müssen nachvollziehbar aufgeführt werden. Ein seriöses
Inkassobüro setzt zudem eine angemessene Frist zum Ausgleich der Forderung. Wie ein
seriöses Inkassoschreiben aufgesetzt ist, zeigt im Detail der interaktive  Inkassobrief auf
der Homepage der Verbraucherzentrale NRW
 
Wie sollte man auf nicht berechtigte Forderungen reagieren?
Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte prüfen, ob er dem Unternehmen tatsächlich Geld
schuldet und ob er mit der Zahlung in Verzug ist. Wer zwar einen Vertrag abgeschlossen
hat, aber sicher ist, dass kein Zahlungsverzug vorliegt, sollte den Forderungen schriftlich
widersprechen und den Brief per Einwurfeinschreiben versenden. Bei einem
offensichtlichen Betrugsversuch können Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten und
müssen ansonsten nicht auf das Schreiben reagieren.
 
Ab wann liegt ein Zahlungsverzug vor?
Entgegen weitläufiger Meinungen kann ein Zahlungsverzug auch ohne vorheriges
Mahnschreiben vorliegen, zum Beispiel wenn eine Rechnung mit Mahnhinweis ausgestellt
oder wenn im Vertrag eine konkrete Zahlungsfrist vereinbart worden ist. Das Unternehmen
muss dann kein weiteres Mahnschreiben verschicken. Der Zahlungsverzug liegt automatisch
nach Ablauf der Frist vor.
 
Worauf muss bei einer berechtigten Forderung geachtet werden?
Rechnungen von Inkassobüros sollten stets sorgfältig geprüft werden. Denn oft sind die
Rechnungen überhöht. Wenn das Inkassounternehmen zum Beispiel Kontoführungskosten
in Rechnung stellt, müssen diese nicht bezahlt werden. Die Kontrolle der Forderung und
der Eingang der Zahlung gehören zur allgemeinen Geschäftstätigkeit des
Inkassounternehmens und sind schon über die Inkassogebühr gedeckt. Diese basiert auf
den Preisen und Konditionen, die die Inkassounternehmen mit ihren Auftraggebern
vereinbarthaben. Die Höhe dieser Kosten hängt von den Umständen des Einzelfalles ab.
Um Preistreiberei zu verhindern, sind die Inkassokosten für die Inkassodienstleister gesetzlich
gedeckelt. Macht das Inkassounternehmen Zinsforderungen geltend, muss es detaillierte
Angaben zur Berechnung der Zinsen machen. Das heißt, es muss den Zinssatz und den
Zeitraum, für den die Zinsen geltend gemacht werden, angeben. Zinsforderungen sind
laut Gesetz in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszins zulässig.
 
Die Euskirchener Verbraucherzentrale bietet hierzu Rechtsberatung an unter
02251-5064501 (mit dem Team der Beratungssstelle verbinden lassen),
unter 0157 805 903 83 (Monika Schiffer), unter 0157 762 926 95 (Kirsten Ahlers)
oder per Email an .
 
Weiterführende Infos und Links:
Weitere Informationen zum Thema Inkasso gibt es auf der Homepage der
Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/inkasso
 
Unser interaktiver Inkassobrief hilft, unseriöse Schreiben zu erkennen:
 
Einen Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderung eines Inkassobüros
finden Sie unter

Damit die Soforthilfe nicht gepfändet wird!

Damit die Soforthilfe nicht gepfändet wird:
P-Konto-Bescheinigung bei "Fluthilfe"
 
Die "Soforthilfe Unwetterkatastrophe" des Landes NRW wird in den meisten Fällen wohl auf das Konto der Betroffenen überwiesen. Sollte für das Konto, bzw. Pfändungsschutzkonto allerdings eine Pfändung bestehen, zahlen die Banken den Betrag nicht aus, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. Hier muss die Freigabe des Betrages beim Amtsgericht beantragt werden.
 
Die "Soforthilfe zur Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 Nordrhein-Westfalen" (Billigkeitszuschuss gemäß § 53 LHO) soll die ersten finanziellen Belastungen mildern, die durch die entstandenen Schäden verursacht wurden.
 
Ausdrücklich formuliertes Ziel ist dabei, "den betroffenen Privathaushalten die Möglichkeit zu geben, eine vorübergehende akute Notlage bei der Unterkunft oder in der Lebensführung finanziell zu bewältigen". Allerdings stellt die Fluthilfe keinen Zahlungseingang dar, der nach den gesetzlichen Vorgaben als Erhöhungsbetrag mittels einer P-Konto-Bescheinigung freigegeben werden kann.
 
Die Freigabe der Soforthilfe – sofern von den kontoführenden Instituten nicht automatisch zur Verfügung gestellt – kann daher nur durch das Vollstreckungsgericht bzw. bei Pfändung durch einen öffentlichen Gläubiger durch dessen Vollstreckungsstelle erfolgen. Dort kann ein Antrag auf Vollstreckungsschutz gem. § 850k Absatz 4 /§ 765a ZPO gestellt und mit einem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz (einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung) verbunden werden.
 
Die Pfändungsfreiheit der Soforthilfe wurde in ersten Entscheidungen entsprechend durch das Amtsgericht Euskirchen bestätigt.
 
Die Verbraucherzentrale NRW stellt ein kostenloses Musterformular zur Beantragung beim Amtsgericht zur Verfügung.
 
Die Informationen und der Antrag sind unter dem folgenden Link unter dem Punkt "P-Konto-Bescheinigung bei Fluthilfe"?" zu finden.
 
 
Auf Wunsch mailt die Verbraucherzentrale den Antrag Betroffenen auch zu. Eine Email mit der Bitte um Zusendung des Antrages ist zu richten an

Waldbrand am Urlaubsort – was tun?

 
Waldbrand am Urlaubsort – was tun?
Verbraucherzentrale NRW erklärt, wann Reisende von gebuchten
Reisen zurücktreten können
 
In Südeuropa verursachen Hitze und Dürre aktuell Waldbrände extremen Ausmaßes.
Von den verheerenden Auswirkunngen sind auch Urlauber:innen betroffen, die
während ihres Aufenthalts von den Bränden überrascht worden sind oder eine Reise in betroffene
Regionen gebucht haben. Welche Stornierungsrechte Reisende bei Waldbränden oder anderen
Naturkatastophen, wie Erdbeben oder Vulkanausbrüchen, haben, erklärt Monika Schiffer, Leiterin
der Verbraucherzentrale in Euskirchen.
 
- Rücktritt von einer Pauschalreise
Haben Reisende eine Pauschalreise gebucht, können sie vor Reisebeginn kostenlos vom Vertrag
zurücktreten, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die die Reise erheblich
beeinträchtigen. Solche Umstände liegen bei Ereignissen vor, die weder Reisende noch
Reiseveranstalter durch Vorkehrungen kontrollieren oder vermeiden können. Dazu zählen neben
Naturkatastrophen auch politische Unruhen oder der Ausbruch einer gefährlichen Krankheit.
 
- Abbruch der Pauschalreise
Geraten Reisende während ihres Aufenthalts vor Ort in eine Krisensituation und wird dadurch
die Reise erheblich beeinträchtigt, können sie den Pauschalreisevertrag kündigen und für die
nicht genutzten Reiseleistungen eine Erstattung verlangen. Für die genutzten Reiseleistungen 
behält der Veranstalter seinen Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Umfasst der
Reisevertrag auch die An- und Abreise, so muss der Reiseveranstalter bei einer Kündigung
des Vertrags unverzüglich die Rückbeförderung der Reisenden organisieren. Die Mehrkosten
für die Rückbeförderung gehen dabei zulasten des Reiseveranstalters.
 
- Fortsetzung der Pauschalreise
Wer seinen Urlaub nicht abbricht und im Krisengebiet bleibt, kann eventuell den Reisepreis
mindern. Dies ist vom Einzelfall abhängig und etwa dann möglich, wenn einzelne
Reiseleistungen wie Transport, Verpflegung, Unterkunft oder Ausflüge nicht mehr dem
gebuchten Standard entsprechen oder sogar ganz ausfallen. Verbraucher:innen ist
insgesamt zu empfehlen, sich mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen und
die aktuelle Lage und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu besprechen.
 
- Rundreisen
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Auch eine als Pauschalreise gebuchte Rundreise kann kostenlos storniert werden, wenn
wichtige oder besondere Reisebestandteile nicht durchgeführt beziehungsweise
entscheidende Reiseziele nicht angefahren werden können. Fällt nur ein kleiner Teil
des Programms aus, ist dies höchstens ein Reisemangel, für den Reisende den
Buchungspreis mindern können.
 
- Nachteile bei Buchung von Einzelleistungen
Wer Reiseleistungen, wie Flug oder Unterkunft, einzeln gebucht hat, ist nicht
zahlungspflichtig, wenn die Leistungen nicht erbracht werden. Solange eine
individuell gebuchte Unterkunft jedoch zugänglich und ohne Gesundheitsgefahr
bewohnbar ist, sind Reisende auf die Kulanz des Anbieters angewiesen und
müssen mit einem Stornoentgelt rechnen, wenn sie von der Reise absehen
möchten. Bei Unterkünften, die direkt bei Eigentümer:innen im Ausland gebucht
wurden, gilt das Recht des Landes, in dem die Unterkunft liegt. Wird ein Flug
annulliert, haben Fluggäste die Wahl zwischen Erstattung des Flugpreises und
einem Ersatzflug zum nächstmöglichen oder späteren Zeitpunkt.
 
- Reiserücktrittsversicherung
Eine Reiserücktritts- oder -abbruchversicherung nützt bei derartigen 
unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen nichts, da ein solches
Geschehen nicht als Rücktritts- bzw. Abbruchgrund vereinbart ist und sie daher
in der Regel nicht einspringt. Sie sichert zum Beispiel das Risiko des Reisenden
ab, vor oder während der Reise zu erkranken. Sie zahlt aber auch bei anderen
Umständen, wenn zum Beispiel ein erheblicher Schaden am Eigentum des
Versicherten entstand oder wenn ein naher Angehöriger stirbt.
 
Weiterführende Infos und Links:
Die Verbraucherzentrale NRW stellt Betroffenen Musterbriefe zur Kündigung
einer Reise wegen unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände vor und
nach Reiseantritt zur Verfügung unter:
Rechtsberatung bietet die Euskirchener Verbraucherzentrale telefonisch
und unter 02251 506 45 01 (mit dem Team der Beratungsstelle verbinden
lassen) oder per Email an .

Richtig spenden für Flutopfer

Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, worauf bei Geldspenden zu achten ist, damit die Hilfe bei den Betroffenen ankommt.

Die Flut hat Todesopfer gefordert, Existenzen wurden zerstört, die Bilder der Zerstörung reißen nicht ab. Viele sind erschüttert angesichts der Not und Verzweiflung in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten und wollen helfen – mit Kleidung, mit Lebensmitteln oder auch mit einer Geldspende. Doch wer helfen möchte, sollte seine Spende nicht allzu leichtgläubig verteilen. „Nicht jede Organisation, die verspricht mit den Euros Gutes für die Betroffenen zu bewirken, ist so seriös wie sie sich gibt“, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen. „Wer spendet, sollte auch bei wohltätigen Projekten wissen, was mit dem Geld passiert.“ Ob eine Organisation mit Spendengeldern solide umgeht und sich auch offen in die Karten gucken lässt, sind nur zwei von einer Handvoll weiterer Kriterien, auf die es zu achten gilt.

  • Überweisung statt Sammelbüchse:
    Vor allem die direkte Ansprache auf der Straße oder an der Haustür kann dazu verführen, rasch und unbedacht zu spenden. Wer eine Organisation nicht kennt und unsicher ist, wie seriös sie ist, sollte sich neben Informationsmaterial auch einen Überweisungsträger von der sammelnden Organisation geben lassen. So lässt sich die Entscheidung in Ruhe überdenken. Wer seriös agiert, offenbart zudem in seinem Geschäftsbericht, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wird. Dort sollte klar stehen, wie viel in Verwaltung und Werbung fließt und dass der größte Batzen für den guten Zweck verwendet wird. Ist ein Verein oder eine Organisation als gemeinnützig anerkannt, ist dies ein Indiz für Glaubwürdigkeit.
  • Spendenwerbung im Internet:Eine eigene Homepage ist hingegen kein Garant für die Vertrauenswürdigkeit einer Organisation. Professionell gestaltete Internetseiten können zwar vordergründig einen glaubwürdigen Eindruck erwecken. Doch besser ist, hinter die Kulissen zu blicken und zu prüfen, ob im Impressum konkrete Ansprechpartner:innen und eine ordentliche Adresse genannt werden. Wer Zweifel hegt, sollte um Informationen – Satzung, Jahresbericht, Prospekte – bitten und nachschauen, was andere Quellen im Netz über die jeweilige Organisation und ihre Aktivitäten äußern. Das gilt auch für die zahlreichen, über soziale Medien verbreiteten Spendenaufrufe. Dort tummeln sich in Krisenzeiten etliche Organisationen, Vereine, aber auch Shops oder einzelne Personen, die vorgeben, sich für die Betroffenen zu engagieren. Die jeweiligen Bankverbindungen für eine Überweisung springen meist sofort ins Auge.
  • Unabhängiger Wegweiser durch den Spendendschungel:Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt an förderungswürdige Organisationen auf Basis einer jährlichen Prüfung ein Spenden-Siegel. Derzeit dürfen sich damit rund 230 überwiegend soziale Organisationen schmücken. Allerdings: Geprüft werden nur Hilfswerke, die mindestens seit zwei Jahren tätig sind und mehr als 25.000 Euro Gesamteinnahmen pro Jahr haben. Außerdem müssen sie sich selbst beim DZI für eine Prüfung melden und die Kosten hierfür zahlen. Kleinere Organisationen können dies oft nicht leisten. Wenn ein Verein in der DZI-Liste fehlt, bedeutet dies also nicht zwangsläufig, dass er unseriös ist. Trägt ein Spendenaufruf den DZI-Sternenkranz, ist hingegen garantiert, dass die Organisation eindeutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und nachprüfbar ausweist, wie das gespendete Geld verwendet wird.

Weiterführende Links


 

Zusatzkosten beim Online-Kauf

Wer Waren aus Nicht-EU-Staaten im Internet bestellt, sollte sich vorher genau über zusätzlich anfallende Steuern und Zölle informieren.

Online-Shopping ist beliebt. Günstige Angebote und Rabatte verlocken zum schnellen Kauf mit wenigen Klicks. Aber gerade bei Importen aus dem Nicht-EU-Ausland ist ein genauer Blick ins Kleingedruckte wichtig. Zollabgaben und Steuern können das vermeintliche Schnäppchen teurer machen als erwartet. Seit dem 1. Juli gelten neue Bestimmungen für die Einfuhrbesteuerung. Worauf man beim Online-Kauf achten sollte, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen.

  • Gebühren bei Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern:
    Bis zum 30. Juni 2021 galt, dass Sendungen mit einem Wert von bis zu 22 Euro von der Einfuhrumsatzsteuer befreit sind. Diese Regelung wurde nun aufgehoben. Allerdings mit einer Ausnahme: Der Zoll verzichtet auf die Erhebung von Abgaben, wenn diese unter einem Euro liegen. Eine Sonderregelung gilt außerdem für Geschenke von Privatpersonen an Privatpersonen. Hier gilt weiterhin eine Freigrenze von 45 Euro. Neben der Einfuhrumsatzsteuer werden ab einem Gesamtwert der Bestellung von über 150 Euro Zollgebühren fällig. Für die Übernahme der Zollabwicklung bei steuerpflichtigen Sendungen berechnen viele Paketdienste zusätzlich eine Auslagenpauschale oder Servicepauschale. Jeder Paketdienst kann diese Pauschale selbst festlegen. Die Deutsche Post berechnet aktuell beispielsweise sechs Euro.
  • Ein Rechenbeispiel:
    Wer in China eine Handyhülle für 5,20 Euro bestellt, muss darauf theoretisch 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Das sind 99 Cent. Wegen der Kleinbetragsregelung verzichtet der Zoll jedoch auf die Gebühr. Liegt der Preis für die Handyhülle hingegen bei 5,50 Euro werden 1,05 Euro Einfuhrumsatzsteuer fällig, die in diesem Fall bezahlt werden müssen. Zuzüglich der Auslagenpauschale der Deutschen Post entstehen Gesamtkosten in Höhe von 12,55 Euro.
  • Gebühren erkennen und vermeiden:
    Grundsätzlich müssen Online-Shops im Bestellprozess darüber informieren, dass zusätzliche Einfuhrabgaben entstehen können. Da sich Zölle und Einfuhrsteuern je nach Zielland, Preis und Art der Ware unterscheiden, wird jedoch nicht immer die konkrete Höhe vorab berechnet. Vor der Bestellung ist es daher ratsam, sich selber beim Zoll über die zu entrichtenden Gebühren zu informieren, damit böse Überraschungen erspart bleiben. Da innerhalb der EU keine zusätzlichen Steuern und Zölle anfallen, lohnt sich die Suche nach einem Online-Shop, der aus der EU versendet. Wer die Auslagenpauschale des Paketdienstes sparen möchte, kann außerdem die Ware selbst verzollen. Die Ware wird dann aber nicht nach Hause geliefert, sondern muss beim Zollamt abgeholt werden.
  • Kostenfalle Widerruf:
    Ein weiteres Ärgernis können die Kosten im Falle eines Widerrufs sein. Soll die Ware nach China oder in andere Drittländer versendet werden, können die Versandkosten schnell den Warenwert übersteigen. Hilfreich zu wissen: Das aktuelle Widerrufsrecht sieht vor, dass Waren an die im Impressum angegebene Adresse zurückgesendet werden können. Zwar können Online-Händler eine zusätzliche Adresse nennen, an die die Rücksendung alternativ erfolgen kann. Die Betonung muss hierbei jedoch auf „eine“ und „zusätzliche“ liegen. Steht im Impressum eine Adresse in Deutschland oder der in der EU, kann die Ware auch kostensparend dorthin versendet werden.

Weiterführende Infos und Links:

 


 

Probleme mit Online-Ticketbörse VIAGOGO

Preiswillkür und hohes Risiko

Die Euskirchener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW rät zur Vorsicht bei Käufen auf der Online-Ticketbörse Viagogo

Nach einer langen Corona-Pause lebt die Veranstaltungsbranche langsam wieder auf. Neben kleinen Konzerten, Theatervorstellungen und Festivals werden auch Großveranstaltungen wieder geplant – zumeist für das Jahr 2022. Der Ticketverkauf läuft auf Hochtouren und viele Konzerte beliebter Bands sind innerhalb von Minuten ausverkauft. Um doch noch eines der begehrten Tickets zu ergattern, landen viele Verbraucher:innen auf der Online-Ticketbörse Viagogo. Warum der Ticketkauf auf der Plattform mit einem hohen Risiko verbunden ist, erklärt Monika Schiffer, Leiterin der Beratungsstelle Euskirchen der Verbraucherzentrale NRW.

  • Kein offizielles Ticket-Verkaufsportal

Bei Viagogo handelt es sich um eine Ticketbörse und nicht um ein offizielles Verkaufsportal. Das bedeutet, dass Viagogo die Tickets nicht selbst verkauft, sondern lediglich zwischen privaten Anbieter:innen und Käufer:innen vermittelt. Das ist auf den ersten Blick beim Kauf von Tickets auf Viagogo jedoch nur schwer erkennbar. Da die Schweizer Ticketbörse eine konkrete Ticketauswahl ermöglicht, ohne die jeweiligen Verkäufer:innen anzugeben, vermittelt sie den Eindruck einer offiziellen Kartenverkaufsseite. Auf die reine Vermittlung weist Viagogo nicht transparent genug hin und damit auch nicht auf den fehlenden Käuferschutz.

  • Kein Schutz vor Betrug und keine Erstattungen

Wer ein Ticket über Viagogo kauft, trägt das volle Risiko für den Fall, dass das Ticket nicht geliefert wird oder die Preise höher sind als der Originalpreis beim Veranstalter. Käufer:innen können gegenüber Viagogo keine Ansprüche geltend machen. Auch bei abgesagten Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie bleiben Betroffene häufig auf den Kosten sitzen, da die Tickets bei Dritten erworben wurden, die zumeist völlig unbekannt bleiben.

  • Hohe Ticketpreise

Tickets auf Viagogo werden zu deutlich höheren Preisen als den Originalpreisen angeboten. Oft lockt die Ticketbörse auch mit Karten, die bei offiziellen Vorverkaufsstellen bereits ausverkauft sind. Besonders gefragte Tickets können bei Viagogo das Achtfache kosten. Wer von den Preisaufschlägen profitiert, ist nicht ersichtlich, weil die Verkäufer:innen anonym bleiben.

  • Undurchsichtige Gebühren

Kurz vor Abschluss des Buchungsvorgangs überrascht Viagogo die Käufer:innen mit zusätzlichen Gebühren: Leicht zu übersehende Buchungs- und Abwicklungskosten sowie die Umsatzsteuer lassen den Gesamtpreis nochmal in die Höhe schießen.

Hintergrund

Die Verbraucherzentrale Bayern hat die Schweizer Ticketbörse Viagogo im April 2018 vor dem Landgericht München verklagt. Zuvor hatte das Unternehmen auf eine Abmahnung nicht reagiert. Hierbei kritisierten die Verbraucherschützer:innen vor allem, dass das Unternehmen nicht als Ticketbörse, sondern als offizielles Ticket-Verkaufsportal auftritt. Das Landgericht München ist der Ansicht der Verbraucherzentrale gefolgt und hat entschieden, dass Viagogo die Verkäufer:innen transparent machen muss. Außerdem darf nicht mit einer Garantie für gültige Tickets geworben werden, wenn auch personalisierte Eintrittskarten vermittelt werden, die keinen Einlass zur Veranstaltung ermöglichen. Die Entscheidung ist jedoch nicht rechtskräftig, da Viagogo Berufung eingelegt hat.

Weiterführende Infos und Links:

Weitere Informationen zur Online-Ticketbörse Viagogo gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter:

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/digitale-welt/onlinehandel/onlineticketboerse-viagogo-hohes-risiko-und-hohe-preise-13473

Fitnessstudios im Lockdown

Welche Rechte haben die Kunden?

Die Fitnessstudios mussten wegen der Corona-Pandemie bereits mehrmals für viele Wochen ihre Türen schließen. Auch im aktuellen Lockdown bleiben Stepper und Hanteln ungenutzt, statt im Kursraum wird der Yoga-Sonnengruß vor dem heimischen Spiegel trainiert. Das geht nicht nur auf Kosten der Figur, sondern auch ins Geld. Denn Fitnessstudioverträge haben meist eine mehrmonatige Laufzeit und die fälligen Gebühren gehen oftmals weiterhin vom Konto ab, obwohl die Leistung nicht mehr zur Verfügung gestellt wird. Auf die Idee, vorab das Gespräch mit den Kunden zu suchen, um mögliche Alternativlösungen wie eine kostenfreie Verlängerung der Vertragslaufzeit, eine Reduzierung des Monatsbeitrags oder ein besonderes Online-Training zu vereinbaren, kommen nur die wenigsten Studiobetreiber. Verbraucherinnen und Verbraucher berichten der Verbraucherzentrale in Euskirchen von einseitigen Vertragsverlängerungen seitens des Studios oder nicht akzeptierten, fristgerechten Kündigungen. Trotz der schwierigen Situation für die Unternehmer: Kunden müssen sich nicht alles gefallen lassen. Die wichtigsten Fakten nennt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen, im Überblick:

  • Beitragszahlung während des Lockdowns: Wer sein Fitnessstudio wegen Corona nicht nutzen kann, weil es ganz geschlossen ist oder ein Notprogramm angeboten hat, der muss für die Zeit nicht oder zumindest nicht den vollen Beitrag zahlen. Grundsätzlich müssen nur für die Zeiten Beiträge in voller Höhe gezahlt werden, in denen der per Vertrag versprochene Service auch in vollem Umfang nutzbar war. Wurde der Vertrag jedoch vor dem 8. März2020 geschlossen und der Beitrag bereits bezahlt, gilt die so genannte „Gutscheinlösung“. Verbraucher müssen dann – an Stelle der direkten Rückerstattung der Beiträge – alternativ einen Wertgutschein in Höhe der Beiträge akzeptieren, die während der Schließzeit angefallen sind.
  • Alternative Angebote prüfen: Manche Studios bemühen sich aber auch konstruktiv um Lösungen wie beispielsweise ein Online-Fitness-Angebot oder eine kostenlose Verlängerung des Vertrags im Gegenzug für die ausgefallenen Corona-Monate. Sollte es finanziell machbar sein, sind solche Angebote durchaus akzeptabel. Es gibt aus unserer Sicht jedoch keine Verpflichtung für die Kunden, auf solche Offerten einzugehen.
  • Verlängerungen der Vertragslaufzeit: Die im Vertrag genannte Laufzeit gilt auch dann, wenn das Fitnessstudio wegen der Corona-Pandemie vorübergehend schließen musste. Wir sind der Ansicht, dass Verlängerungen der Laufzeit, die die ausgefallenen Trainingszeiten ersetzen sollen, grundsätzlich nur freiwillig, also im Einvernehmen mit den Verbrauchern, möglich sind. In der letzten Zeit sind allerdings einige Urteile ergangen, in denen anders entschieden wurde. Das Argument: Es müsse eine Vertragsanpassung vorgenommen werden und das Studio könne die Vertragslaufzeit daher einseitig um die Zeit der Schließung verlängern. Eine höchstrichterliche Entscheidung zu dieser Frage liegt bislang nicht vor. Wer es also auf einen Gerichtsprozess zu dieser Frage ankommen lässt, geht derzeit ein gewisses Risiko ein.
  • Fristgerechte Kündigung: Ordentliche Kündigungen zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit sind weiterhin möglich. Wichtig ist hierbei, dass die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten und auch nachgewiesen werden kann. Dies gelingt beispielsweise über die Zustellung per Post als Einschreiben mit Rückschein oder per Fax mit qualifiziertem Sendebericht. Kommt es später zum Streit, ob eine Kündigung fristgerecht erfolgt ist, helfen diese Unterlagen beim Beweis. Ab dem Zeitpunkt, an dem die fristgerechte Kündigung gilt, sollten in jedem Fall die Zahlungen eingestellt bzw. der Bankeinzug widerrufen werden. Wer per Lastschrift zahlt, kann gegenüber dem Fitnessstudio nicht nur die Kündigung erklären, sondern sollte auch schriftlich die Einzugsermächtigung widerrufen. Bucht das Fitnessstudio trotzdem weiterhin unrechtmäßig Beträge ab, können diese über die eigene Bank zurückgeholt werden.

Informationen und Beratung zu diesem und anderen aktuellen Verbraucherthemen bieten die Beratungsstelle in Euskirchen während des Lockdowns telefonisch unter 02251 5064501 oder per E-Mail an .