Wer allein lebt und einen Pflegegrad hat, bekommt den Hausnotruf von der Pflegekasse bezahlt – seit dem 1. April 2026 mit einem höheren Betrag als zuvor.
So funktioniert ein Hausnotruf
Sie tragen einen kleinen Sender am Handgelenk oder um den Hals. Er sieht aus wie eine Uhr oder eine Kette. Wenn Ihnen etwas passiert, drücken Sie auf den Knopf. Dann meldet sich sofort jemand aus der Notrufzentrale bei Ihnen – über ein Gerät, das mit Ihrem Telefonanschluss verbunden ist.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragen, was los ist. Je nachdem rufen sie Ihre Angehörigen an, Ihren Hausarzt oder den Rettungsdienst. Die Zentrale ist Tag und Nacht besetzt, auch an Sonn- und Feiertagen.
Was die Pflegekasse zahlt
Die Pflegeversicherung übernimmt den Hausnotruf als Pflegehilfsmittel. Seit dem 1. April 2026 zahlt sie dafür 27 Euro im Monat. Bis Ende März waren es 25,50 Euro. Für das einfache Grundgerät zahlen Sie damit in aller Regel nichts dazu. Sollte Ihnen jemand für das Grundgerät einen Eigenanteil nennen, fragen Sie nach, wofür – oder holen Sie ein Angebot bei einem anderen Anbieter ein.
Wer den Zuschuss bekommt
Zwei Dinge müssen zusammenkommen. Erstens brauchen Sie einen Pflegegrad. Schon Pflegegrad 1 genügt, der niedrigste. Zweitens müssen Sie allein leben – oder mit jemandem zusammen, der im Notfall selbst keine Hilfe holen kann. Auch wer tagsüber viele Stunden allein ist, kann den Zuschuss bekommen.
Ein Hinweis dazu: Auf manchen Internetseiten von Anbietern steht noch der alte Betrag von 25,50 Euro. Die Seiten sind schlicht noch nicht überarbeitet. Fragen Sie deshalb nach, welcher Betrag heute gilt – und ob auch die einmalige Anschlussgebühr übernommen wird.
Und ohne Pflegegrad?
Dann zahlen Sie den Hausnotruf selbst. Die Preise sind von Anbieter zu Anbieter verschieden, und viele bieten Zusatzleistungen an: einen Schlüsseldienst zum Beispiel, damit im Notfall niemand die Tür aufbrechen muss, oder einen täglichen Anruf zur festen Uhrzeit. Solche Zusätze kosten extra. Lassen Sie sich in Ruhe erklären, was im Grundpreis enthalten ist und was nicht.
Der Weg zum Hausnotruf
In vier Schritten kommen Sie ans Ziel:
- Suchen Sie sich einen Anbieter aus und lassen Sie sich beraten. Das ist kostenlos.
- Stellen Sie den Antrag bei Ihrer Pflegekasse. Die meisten Anbieter helfen Ihnen dabei und schicken den Antrag für Sie ab.
- Warten Sie die Zusage der Pflegekasse ab.
- Das Gerät wird bei Ihnen zu Hause angeschlossen und erklärt.
Anbieter im Kreis Euskirchen
Der Kreis Euskirchen führt eine Liste aller Anbieter. Diese vier sind im ganzen Kreisgebiet oder in großen Teilen davon tätig:
- Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Euskirchen, Jülicher Ring 32 b, 53879 Euskirchen, Tel. 02251 7911-46
- Malteser-Hilfsdienst, Geschäftsstelle Euskirchen, Am Schwalbenberg 5, 53879 Euskirchen, Tel. 02251 65050114
- Caritasverband für die Region Eifel, Gemünder Straße 40, 53937 Schleiden, Tel. 02445 8507-218 – für Blankenheim, Dahlem, Nettersheim, Hellenthal, Kall, Schleiden und Mechernich
- Marienborn mobil, Am Wassersportsee 1, 53909 Zülpich, Tel. 02252 539890
Zwei weitere Anbieter sitzen ebenfalls in Euskirchen und sind im ganzen Kreisgebiet tätig: Senioren-Park carpe diem, Eifelring 16, Tel. 02251 7721-565, und Pflegeleicht Pflege und Betreuungsgesellschaft, Militscherstraße 31, Tel. 02251 1274631. Daneben gibt es kleinere Anbieter, die nur einzelne Orte im Kreis versorgen. Die vollständige Liste führt der Kreis Euskirchen: Hausnotrufe im Kreis Euskirchen (Stand: 1. März 2026).
Wo Sie sich beraten lassen können
Wenn Sie unsicher sind, welcher Anbieter zu Ihnen passt, hilft Ihnen eine Stelle weiter, die kein eigenes Geschäft damit macht: Das Zentrale Informationsbüro Pflege (Z.I.P.) des Kreises Euskirchen berät kostenlos und neutral. Sie finden es im Kreishaus, Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen, Tel. 02251 15-927 oder 02251 15-521.
Geöffnet ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 15.30 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr. Auf Wunsch kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch zu Ihnen nach Hause.
Auch das Seniorenbüro der Stadt Euskirchen ist eine gute erste Adresse, Tel. 02251 14-222, E-Mail senioren@euskirchen.de.
Passend dazu: In unserem Beitrag Handbuch Pflege finden Sie einen Überblick über die Leistungen der Pflegeversicherung.
