In den vergangenen acht Tagen hat die Verbraucherzentrale NRW sechs neue Betrugsmails gemeldet, die derzeit in Deutschland unterwegs sind. Sie sehen aus wie Post von der Bank, vom Finanzamt oder von einem Musikdienst – und sie wollen alle dasselbe: Ihre Kontodaten.
Diese Mails sind gerade im Umlauf
Die Verbraucherzentrale sammelt solche Fälle in ihrem Phishing-Radar. Phishing spricht man „Fisching“ aus und heißt so viel wie Angeln – die Betrüger angeln nach Ihren Daten. Seit dem 17. August sind dort diese sechs Fälle eingetragen:
- 24. August – angeblich von der Postbank: Sie sollen die Funktion „BestSign“ erneuern, sonst werde Sie gesperrt.
- 21. August – angeblich vom Finanzamt über das Portal Elster: Sie bekämen Geld zurück, müssten dafür aber Ihre Kartendaten eingeben.
- 20. August – angeblich von Spotify: Eine Zahlung sei fehlgeschlagen, die Zahlungsart müsse aktualisiert werden.
- 19. August – angeblich von den Volksbanken und Raiffeisenbanken: Die „VR-SecureGo-App“ laufe ab.
- 18. August – angeblich von der Bank N26: Ein neues Sicherheitssystem müsse aktiviert werden.
- 17. August – angeblich von der Sparkasse: Ohne ein Update der „S-pushTAN“ sei der Zugang eingeschränkt.
Wichtig zu wissen: Keines dieser Unternehmen hat diese Mails verschickt. Die Namen werden nur missbraucht, weil sie vertraut klingen.
Das Muster ist immer dasselbe
Legen Sie die sechs Fälle nebeneinander, fällt eines auf: Es sind stets die gleichen Zutaten. Die Verbraucherzentrale nennt diese Warnzeichen:
- eine unpersönliche Anrede statt Ihres Namens, etwa „Sehr geehrter Kunde“
- eine merkwürdige Absenderadresse
- eine knappe Frist – bei der Postbank-Mail nur 24 Stunden
- die Drohung, Ihr Zugang werde gesperrt
- ein Link, über den Sie sich „anmelden“ sollen
Bei der Mail vom 19. August kam ein Rechtschreibfehler im Betreff dazu. Der Zeitdruck ist kein Zufall. Er soll verhindern, dass Sie in Ruhe nachdenken oder jemanden fragen. Genau deshalb ist die beste Antwort: nichts überstürzen.
Was Sie tun sollten
Die Verbraucherzentrale rät zu einem einfachen Vorgehen:
- Klicken Sie auf keinen Link in der Mail und öffnen Sie keinen Anhang.
- Geben Sie niemals PIN, TAN oder Kartennummer ein. Banken und Behörden fragen so etwas nie per E-Mail ab.
- Wenn Sie unsicher sind, ob wirklich etwas mit Ihrem Konto ist: Rufen Sie Ihre Bank über die Nummer an, die auf Ihrer Karte oder Ihrem Kontoauszug steht – nicht über eine Nummer aus der Mail.
- Schieben Sie die Mail in den Spam-Ordner und löschen Sie sie.
Sie haben doch geklickt und Daten eingegeben? Dann rufen Sie sofort den Sperr-Notruf an: 116 116. Die Nummer gilt rund um die Uhr und ist aus dem deutschen Festnetz kostenlos. Dort lassen Sie Ihre Karte und Ihr Online-Banking sperren. Rufen Sie danach auch Ihre Bank an.
Das ist kein Grund, sich zu schämen. Diese Mails sind gut gemacht. Darauf hereinzufallen kann jedem passieren.
Hilfe in Euskirchen
Sie müssen das nicht allein herausfinden. Haben Sie eine verdächtige Mail auf dem Handy und möchten jemanden draufschauen lassen? Dann kommen Sie zum Smartphone-Stammtisch im Café Henry. Der nächste ist am Donnerstag, 10. September 2026, um 15.30 Uhr, Kommerner Straße 39 in Euskirchen. Der Eingang ist über den Penny-Parkplatz zu erreichen.
Bei Kaffee, Tee und Keksen beantworten Fachleute Ihre Fragen rund ums Handy. Die Plätze sind begrenzt. Bitte melden Sie sich vorher an: Telefon 0160 90125840 oder E-Mail sheines@drk-eu.de.
Bei Geldfragen und Verträgen hilft außerdem die Verbraucherzentrale in Euskirchen, Wilhelmstraße 37. Geöffnet ist montags und freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr, mittwochs geschlossen. Am Telefon erreichen Sie die Beratung montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr unter 0211 54222211.
Wer tiefer einsteigen möchte: Die Verbraucherzentrale NRW bietet zwei Online-Vorträge zum Thema an. Am Dienstag, 22. September 2026, von 18 bis 19.30 Uhr geht es um „Phishing: Neue Maschen zum Datenklau“. Am Dienstag, 13. Oktober 2026, von 18.30 bis 20 Uhr folgt „Phishing und Anlagebetrug“, dieser Vortrag ist kostenfrei. Teilnehmen können Sie bequem von zu Hause am Computer oder Tablet. Die Anmeldung läuft über die Internetseite der Verbraucherzentrale.
Passend dazu: Anruf vom Gartencenter? Die Polizei warnt vor falschen Mitarbeitern – dieselbe Masche, nur am Telefon statt in der Mail.
