E-Scooter im Linienbus: Ebenso selbstverständlich wie sicher

E-Scooter im Linienbus: Ebenso selbstverständlich wie sicher
Erst durften sie nicht in den Bus, seit mehr als einem Jahr unter bestimmten Bedingungen nun aber doch: Die Rede ist von den so genannten E-Scootern.
"Im Sinne der UNBehindertenrechtskonvention muss alles getan werden, um denjenigen, die auf ein solches Elektromobil angewiesen sind, die Mitfahrt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu ermöglichen", so fordert die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW). Als selbstverständlich ist für deren Vorsitzende Gaby Schnell dabei eines allerdings zu beachten: "Es muss sicher für alle Beteiligten sein!".
 
Damit weder die E-Scooter-Fahrer- und Fahrerinnen noch andere Fahrgäste von Linienbussen des ÖPNV durch die bis zu 300 Kilo (mit Nutzer) schweren Mobile gefährdet werden, regelt ein NRW-Erlass aus dem Frühjahr 2018 nun die Voraussetzungen, unter denen die Gefährte mitgenommen werden dürfen.
Wichtigste Neuerung dabei: Die Scooter müssen das blauweiße Siegel der Hersteller tragen, dass ihnen die Mitnahmetauglichkeit bestätigt. Außerdem, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDK), muss der E-Scooter über eine zusätzliche Feststellbremse verfügen, für
die Rückwärtseinfahrt in den Bus geeignet sein und bestimmte 
Beschleunigungskräfte aushalten.
Zweite Voraussetzung für die ungetrübte Mitfahrt ist natürlich die Einrichtung des Linienbusses, der einen ausreichend dimensionierten
Rollstuhlplatz mit einem Haltebügel zum Gang hinaufweisen
muss, um die sichere Aufstellung des E-Scooters zu gewährleisten.
In Köln etwa werden derzeit die Autobusse der Verkehrsbetriebe
für die Mitnahme von Elektromobilen umgerüstet und werden
anschließend mit einer Plakette signalisieren, dass sie dem 
Landeserlass entsprechen und E-Scooter mitnehmen können.
"Wieweit die Technik zu einer sicheren Fahrt für alle Busfahrgäste
beiträgt, ist die eine Seite der Medaille", weist Gaby Schnell
allerdings auch auf die Praxis der Nutzerinnen und Nutzer der 
Elektromobile hin.
"Wir fordern deshalb neben der flächendeckenden Umsetzung
des Landeserlasses vor allem Schulungsangebote, wie sie etwa
Münster mit der so genannten ,Mobilitätsprüfung' auf dem
Stadtwerke-Betriebshof oder an einer Haltestelle anbietet.
" Auch die Kölner Verkehrsbetriebe haben solche kostenlosen
Schulungstermine für berechtigte EScooter-Fahrer, die in Theorie
und Praxis auf eine sichere Beherrschung der Mitfahrt vor-
bereiten. "Um behinderten und alten Menschen die Chance auf
eine selbstbestimmte Mobilität zu geben, die mehr als den
häuslichen Umkreis betrifft, sollten sich überall im Land nun
die Verkehrsbetriebe rasch auch um diese Gruppe der Fahr-
gäste bemühen", resümiert die LSV-Vorsitzende.
 
Gaby Schnell
Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW