„Underground Railroad“ Buch des Monats März 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

“We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness”, (Thomas Jefferson, Declaration of Independence, 4.6.1776)

Es kann in diesen Tagen reaktionärer Staatenlenker nicht schaden, sich die ersten Zeilen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ins Gedächtnis zu rufen. In Gänze auswendig hersagen kann die Erklärung ein Junge namens Michael, Sklave auf der berüchtigten Randall-Farm in Georgia. Indem er die Erklärung aufsagt macht er sich selbst und den anderen Slaven Mut und: bezahlt dafür mit dem Leben. Schon sind wir mittendrin in dieser packenden Geschichte mit dem Titel „Underground Railroad“.

Angesiedelt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der sich die amerikanischen Nord- und Südstaaten in der Frage der Sklaverei diametral und feindlich gegenüber standen. Es ist die Geschichte des Fluchtversuchs zweier Sklaven mit der Underground Railroad. Der Autor Colson Whitehead macht in seinem Roman aus dem Fluchthilfenetzwerk eine Eisenbahn unter der Erde. Er schildert auf dramatische Weise das Schicksal zweier Sklaven auf dem riskanten, lebensgefährlichen Weg in die Freiheit. Sie, die gehen, und all die anderen Romanfiguren, die bleiben, stehen stellvertretend für abertausende Schwarze, die auf den Baumwollplantagen weißer Herren unter unmenschlichen Bedingungen schufteten und verschlissen wurden. Es ist das große Verdienst von Whitehead, deutlich spürbar zu machen, was es heißt, wenn Menschen als Ware betrachtet und behandelt werden. 1865 endlich wurde die Sklaverei abgeschafft. Der Weg zu gesellschaftlicher Gleichbehandlung und Teilhabe von Schwarzen aber dauert bis heute an.  Whiteheads Roman ist ein Weckruf an die humanistische und demokratische Gesellschaft. Und was für einer. Lehrreich und dabei überaus spannend bis zur letzten Zeile.

Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt! Black lives matter!

Es seien thematisch ergänzend und nicht weniger spannend folgende DVDs  empfohlen:

„Ten years a slave“ – Ausnahmeregisseur Steve McQueen verfilmte eine unglaubliche, aber wahre und emotional mitreißende Geschichte über den erbitterten Kampfs eines Mannes um seine Freiheit.

„Django unchained“ – Ein Western von Kultregisseur Quentin Tarantino mit dem deutschen Schauspieler Christoph Waltz, der für seine Rolle als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Buch und DVDs in der Bibliothek selbstverständlich erhältlich.

Es grüßt

Petra Goerge (Stadtmuseum Euskirchen)

 

Bild: Hanser Verl. https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/underground-railroad/978-3-446-25655-2/

"Patria" Buch des Monats Februar

Liebe Leserinnen und Leser,

nach dem locker-flockigen Krimi von letzten Monat ist das Buch für den Februar ein inhaltlich wie sprachlich anspruchsvoller Roman, in dem sich durchaus universell gültige Aspekte von Separatismus, Nationalismus und Terrorismus erkennen lassen, die uns auch jetzt in Europa und der ganzen Welt beschäftigen.

 

 

 

 

 

 

Aramburu, Fernando

Patria : Roman. – Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2018

 

Ein Dorf in Nordspanien,  eine gespaltene Gesellschaft und ein mit Waffen ausgetragener Konflikt, der zwei Familien ins Unglück stürzt – Fernando Aramburu beschwört mit seinem Roman "Patria" die Zeit, in der Spaniens Volk durch den Terror der ETA zur Durchsetzung eines politisch autonomen Baskenlandes tiefe Wunden erlitt. Die Sehnsucht nach Vergebung ist die treibende Kraft der Witwe Bittori, die dem Mörder ihres Mannes ein Schuldbekenntnis entlocken will.

Der in Deutschland lebende Autor Aramburu entwickelt das Bild einer vom Terror gezeichneten Gesellschaft anhand der beiden Familien vor und nach der Tat.

Ein Bestseller in Spanien, monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, ein epochemachender Roman über Schuld und Vergebung, Freundschaft und Liebe, der zeigt, wie Terrorismus den inneren Kern einer Gemeinschaft angreift und wie lange es dauert, bis die Menschen wieder zueinander finden – demnächst auch in der Stadtbibliothek Euskirchen, wo Sie auch Sachbücher zu jedem aktuellen und vergangenen sozialen und historischen Problem finden!

Jetzt ist Kuss! "Buch des Monats Januar"

Evanovich, Janet:

 

Jetzt ist Kuss! / Evanovich, Janet; 1. Auflage; München, Goldmann, 2017; 317 Seiten (Goldmann: Lesen erleben)

 

#Krimi

 

Zum Jahresanfang keine ernsthafte Literatur, sondern herrlich überdrehter Nonsens zum Entspannen!

Kopfgeldjägerin Stephanie Plum infiltriert, unterstützt von dem unwiderstehlichen Sicherheitsexperten Ranger, eine Eiscremefabrik. Jemand hat dort einen Mitarbeiter eiskalt um die Ecke gebracht und dann in einem Kühllaster zwischen Massen von Eiscreme entsorgt. Stephanie Plums 23. Fall.

Da sie ständig pleite ist, jagt Stephanie Plum als Kopfgeldjägerin in der tristen Kleinstadt Trenton, New Jersey,  ihren skurrilen Klienten nach - nicht sehr erfolgreich, da die liebenswerte Chaotin nicht mit Waffen umgehen kann, viel zu nett für ihren Job ist, und in jedem Band mindestens einmal ihr Auto in die Luft fliegt. Unterstützt wird sie von der üppigen Lula, der schrulligen Grandma Mazur und ihrer übrigen Familie, dem Hamster Rex in der Suppendose und manchmal von den beiden Männern in ihrem Leben, dem Cop Morelli und dem geheimnisvollen Ranger. Eine wichtige Rolle spielen auch Unmengen von Fast Food, und wenn auch erst alles schief läuft, gibt es doch immer ein happy end.

Die Stadtbibliothek hat die meisten Bände der weltweit erfolgreichen Reihe, auch in Englisch oder als Hörbuch. Nicht ernst nehmen, Füße hoch legen und amüsieren!

Tyll "Buch des Monats Dezember"

Kehlmann, Daniel:

Tyll / Daniel Kehlmann. - 2. Auflage. - Reinbek : Rowohlt, 2017. - 473 Seiten

 

 

 ISBN 978-3-498-03567-9

# Historisches

SW:        Dreißigjähriger Krieg;    Religionskrieg

 

 

 

"Tyll", der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann - er veröffentlichte u.a. "Die Vermessung der Welt", "Ruhm", "F" und "Du hättest gehen sollen" - ist die Neuerfindung der mythischen Till-Eulenspiegel-Figur: ein großer Roman über eine aus den Fugen geratene Welt, über die Verwüstungen durch den Krieg und die Macht der Kunst. Ein Meisterwerk der Sprache, der Bilder und der Phantasie. Tyll Ulenspiegel - Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

 

 

 

 

Die Stadtbibliothek hat Kehlmanns neuen Roman zweimal im Bestand, und auch die vorherigen Werke stehen unseren Lesern zur Verfügung!

 


 

Unsere Frau in Pjöngjang"Buch des Monats November 2017"

 

Echenoz, Jean:

Unsere Frau in Pjöngjang. - München : Hanser Berlin, [2017]. - 284 Seiten  

#Spionage

SW:Asien

 Das Buch diesen Monats führt uns an einen unerwartet exotischen Ort: Nordkorea!

 Als Constance vom französischen Geheimdienst entführt wird, kann sie nicht ahnen, dass sie Spionin in Pjöngjang werden soll. Durch ihren Einsatz soll das nordkoreanische Regime destabilisiert werden. Tatsächlich dauert es aber eine Weile, bis Constance nach Pjöngjang kommt. Unvorhergesehenes verkompliziert die Mission. Constance nimmt ihre Entführung derweil entspannt auf, während die Entführer ihrem Charme verfallen und ihr Ehemann auf Lösegeldforderungen einfach nicht reagiert. Auch in Pjöngjang erfüllt Constance alle Erwartungen, ist sie doch in Nordkoreas Elite ein Star, seit sie ein Lied in einer koreanischen Version gesungen hat. "Unsere Frau in Pjöngjang" ist eine Parodie auf Agentenroman und Spionagethriller und unterhält den Leser mit Situationskomik und Lust an der Sprache. Jean zeigt sich auf der Höhe seiner Kunst. Ein allwissender Erzähler führt durch das Geschehen und kommentiert die Vorkommnisse mit einem Augenzwinkern. Mit dem deutschen Titel trifft Hanser den Nerv der Zeit. Unterhaltsam und empfehlenswert.

 

Auch dieses Buch befindet sich selbstverständlich im Bestand der Stadtbibliothek Euskirchen!


Das Original " Buch des Monats Oktober"

John Grisham:  Krimi, Thriller, Bestseller, Heyne, 2017, ca. 350 Seiten

 

 

 

Ein Coup, der die Buchwelt erschüttert... In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Universität Princeton gestohlen. Eine Beute von unschätzbarem Wert. Das FBI übernimmt die Ermittlungen, und binnen weniger Tage kommt es zu ersten Festnahmen. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm die wertvollen Schriften. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida, in die Buchhandlung von Bruce Cable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich gegen eine großzügige Vergütung in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll. Doch die Ermittler haben die Rechnung ohne Bruce Cable gemacht, der überaus findig sein ganz eigenes Spiel mit ihnen treibt.

 

 

Hin und wieder weicht der studierte Jurist Grisham von seinen typischen Justizthrillern ab und widmet sich anderen Themen, und daraus entstehen dann meist seine besten Bücher! Das Thema seines neuesten Thrillers passt natürlich sehr gut in unsere Bibliothek, die das Buch dreimal im Bestand hat, davon einmal als Bestseller und einmal im englischen Original. Ansonsten hat die Bibliothek die meisten Bücher von Grisham, auch als Hörbuch und auf Englisch.

 

 

 

Gray "Buch des Monats"

Leonie Swann: Kriminalroman, Goldmann, 2017, ca. 413 Seiten

Nachdem der Besitzer des Graupapageis Gray, der unbeliebte Student Elliot, beim Fassadenklettern vom Turm einer Kirche stürzte und ums Leben kam, nimmt sich dessen Tutor Augustus Huff des Tieres an. Zunächst widerwillig, stört der gefiederte, krümelnde und laut sprechende und singende Papagei doch seine geliebte Ordnung auf dem Campus der Universität Cambridge. Was Gray von sich gibt, verstärkt Huffs Eindruck, dass der Tod des Studenten weder Unfall noch Selbstmord war; Huff und Gray stürzen sich in die Ermittlungen ... Sehr unterhaltsamer Tierkrimi mit 2 originellen und sympathischen Protagonisten, dabei spannend und auch sprachlich sehr gelungen, angesiedelt nach bester britischer Krimimanier in der Welt einer Eliteuniversität, die eine eigene Gesellschaft mit eigenen Regeln bildet.

Anders als die Schafe in Leonie Swanns Schafskrimis („Glennkill“, „Garou“), die selbstverständlich auch im Bestand der Stadtbibliothek sind, ist Gray ein normaler, wenn auch sehr begabter Vogel und besitzt keine (pseudo-) menschliche Intelligenz. Das tut Spannung und Unterhaltungswert aber keinen Abbruch!

Dieses und viele andere Bücher warten auf Sie in der Stadtbibliothek Euskirchen, zum Mitnehmen in einen späten Urlaub, aber auch für die Daheimgebliebenen!

Pawlowa oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt "Buch des Monats"

Sewell, Brian:


Pawlowa oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt: Roman. - Erste Auflage. - Berlin: Insel Verlag, 2017. - 172 Seiten: Illustrationen

#Freundschaft

Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie schon einmal etwas aus dem Urlaub mitgebracht? Ja? Aber sicher keinen Esel!

Auf einer Reise in Pakistan sieht Mr B, ein britischer Gentleman, eine kleine Eselin: Ihr Rücken ist vollbepackt, ihre dünnen Beine zittern unter der schweren Last. Kurzerhand springt Mr B aus dem Wagen, fest entschlossen, sich um das Tier zu kümmern und es mit nach Hause zu nehmen. Das einzige Problem: Sein Zuhause liegt in London und ein Esel kann nicht im Flugzeug reisen. Also begeben sich Mr B und Pawlowa, wie er die Eselin von nun an nennt, auf eine lange Reise durch den Nahen Osten bis nach Europa – zu Fuß. Sie werden über Grenzen geschmuggelt, von Drogendealern aufgegabelt, sie entspannen im Hamam, kreuzen die Seidenstraße und speisen mit Diplomaten. Eine liebenswerte Geschichte, die von der Kraft der Freundschaft erzählt und uns zeigt, wie farbenprächtig unsere Welt ist, wie fremd und nah zugleich – ein wunderbares Buch für Groß und Klein.

Dieses und viele andere Bücher warten auf Sie in der Stadtbibliothek Euskirchen, zum Mitnehmen in den Urlaub, aber auch für die Daheimgebliebenen!