Buch des Monats kommt wieder

Die Bearbeiterin der Rubrik "Buch des Monats" war die letzten Monate verhindert.

Das Buch des Monats erscheint in Kürze wieder. Bitte um etwas Geduld.

Keine Chance den Grübelviren – Hanne H. Brorson - Buch des Monats Januar 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

ein „frohes Neues“ Euch allen! Wir als Bibliotheksteam hoffen natürlich, dass Ihr alle gut „reingekommen“ seid und uns auch 2020 weiterhin gerne besucht.

Ein Thema, das unweigerlich mit dem Jahresanfang verbunden ist, ist natürlich diese Sache mit den guten Vorsätzen. Wie sieht es aus, habt Ihr welche? Oder haltet ihr nichts davon?   
Ich muss gestehen: Ich eigentlich nicht. Jedoch habe ich einen gefunden, den wir uns tatsächlich alle einmal vornehmen könnten (neben „Viel lesen!“, natürlich), und zwar: Schluss mit negativen Gedanken!
Denn wenn es etwas gibt, worauf jeder freiwillig sofort verzichten würde, dann doch Stress, oder?

Warum es also nicht versuchen? Hanne H. Brorson widmet sich in ihrem Büchlein „Keine Chance den Grübelviren“ genau diesem Thema.

Auf ca. 90 Seiten identifiziert die Autorin die typischen Grübelfallen und veranschaulicht, wie leicht wir uns zum Beispiel mit dem gemeinen Was-wäre-wenn-Virus infizieren. Oder dem Nabel-der-Welt-Virus, auch sehr fies, genauso wie das artverwandte Zoom-Virus. (Wer wissen will, was sich genau dahinter verbirgt, muss einem Blick ins Buch werfen!)

Diese „Viren“ sehen zwar auf den enthaltenen Illustrationen ziemlich niedlich aus, sind aber alles andere als freundliche Zeitgenossen. Sie befallen uns im Alltag oft ohne dass wir es merken. Um das zu verdeutlichen, hat Brorson eine kurze Geschichte um das Thema gestrickt, in der die Protagonistin Anna im Laufe ihres Tages Situationen erlebt, die (leider) jeder kennt: Das schlechte Gewissen, weil man schon wieder den Sportkurs hat ausfallen lassen, der Chef, der vermeintlich komisch schaut, oder der Auserkorene, der hingegen leider gar nicht schaut – alles perfekter Nährboden für „Grübelviren“!

Und mit denen ist es wie mit „normalen“ Bazillen auch: Wenn man ein bisschen über sie Bescheid weiß, kann man auch entsprechend reagieren – nur anders als bei einer Grippe nicht mit Tee und Halsbonbons, sondern mit einer aufmerksamen Lebensweise und etwas Selbstbeobachtung. Denn der meiste Stress ist, laut Brorson, selbstgemacht.

Ich fand die Darstellung der negativen Gedanken als „Viren“ sehr unterhaltsam und habe mich tatsächlich in den meisten beschriebenen Situationen wiedergefunden. Obendrein ist das Büchlein aufgrund seines geringen Umfangs schnell gelesen, weshalb ich es Euch allen gerne für 2020 ans Herz legen möchte. Einen Versuch ist es wert! Denn jeder enttarnte „Grübelvirus“ ist einer weniger, der Euch das Leben schwer macht.

Es grüßt Euch aus der (garantiert grübelfreien) Bibliothek

Lisa Häßy